Beiträge von Struggler

    Im Gegensatz dazu ist es natürlich die Frage, wie man diese 10% (oder auch 20%) den Kollegen und dem Chef vermitteln will. Denn ein Fester halber oder ganzer Tag ist an der Praxis vorbei, da ja BR-Arbeit dann anfällt, wenn Sie da ist.


    Im Grunde geht es dabei um die Personalbedarfsplanung. D.h. so wie der AG mit bestimmten Kennzahlen für Weiterbildungen, Krankenstand etc. kalkuliert, muss er eben die BR Planung generell mit einfließen lassen, um keine Unterbesetzung zu haben.

    Wie sich das vor Ort dann in den konkreten Monaten darstellt, ist eine ganz andere Frage.

    Die Stellung in der Abteilung ist Dir gesichert - und gerade wenn Du Dich regelmäßig "up to date" hälst, wird für den AG keinen Weg daran vorbei gehen.

    Zum einen sagt das BetrVG in Betrieben mit xx MA sind xx BRM freizustellen. also ein muss.


    Das richtet sich an den AG. Besagt allerdings nicht, wie ich als BRM meine Zeit aufzuteilen habe. Denn das muss sich tatsächlich an den Notwendigkeiten orientieren.


    Dann sagt der Fitting, habe ich gerade nicht zur Hand, das freigestellte BRM hat sich am Betriebssitz für BR Arbeit bereitzuhalten.

    Das bedeutet aber nur, dass man sich bereithalten muss. Das man in dieser Bereitschaft keine normale Arbeit verrichten dürfe, widerspricht dem Gedanken, dass ich mich nach erfolgter BR Arbeit wieder am Arbeitsplatz zurückmelden muss. Es wäre etwas kurios, sich beim Vorgesetzten wieder von der BR Arbeit zurück zu melden mit der Anmerkung, dass man jetzt aber keine normale Arbeit verrichten könne, weil man sich in Bereitschaft für mögliche BR Arbeit halten müsse.

    Dann wäre die Teilfreistellung ganz schnell keine Teilfreistellung mehr.

    Der AG ist hier tatsächlich weniger das Problem, der lässt mir den Freiraum.

    Bei uns sind es eher BR Kollegen, die so auf Konfrontation mit dem AG fixiert sind, dass sie jeglichen Ansatz von "regulärer Arbeit an BR Tagen" als ein Schwächeln des Gremiums auslegen.

    Für mich geht es auch eher in Richtung der Auffassung von Randolf: Wenn dringende und notwendige BR Arbeit ansteht, hat die normale Arbeit hinten anzustehen, wenn dringende und notwendige Arbeit in der Firma ansteht, dann haben die allgemeinen BR Tätigkeiten durchaus mal ein bisschen Zeit.

    Für mich ist das eine halbwegs flexible Sache - aber einige meiner Gremiumskollegen meinen: bloß nichts zugunsten des AG und sitzen dann tatsächlich auch mal an einem Tag die Zeit im BR Büro ab, auch wenn da nichts zu tun ist (also tatsächlich nichts zu tun), nur um nicht gegenüber dem AG den Eindruck zu vermitteln, es stehe mal keine BR Arbeit an.

    Bei uns sind sehr unterschiedliche Mentalitäten im Gremium. Die einen freuen sich, wenn sie etwas für die MA erreichen, auch in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem AG, die anderen sind nur dann glücklich, wenn Dinge für die MA nur erreicht werden, wenns mit der GF richtig kracht und möglichst noch Kosten zulasten des AG erzeugt werden.

    Irgendwie sind das, zumindest für mich, zwei völlig verschiedene Sachverhalte... Warum das jetzt hier in einem Topf landet (und damit den Sinn des Threads "mal eben" um 180° dreht) - verstehe wer will. Ich nicht X/

    Die Grenzen verwischen hier etwas. Der BR Kollege fand während seiner Arbeit im Personal-Ausschuss, dass die Dienstpläne einer Abteilung noch nicht abgeschlossen waren. Also die SOLL Pläne waren schon korrekt auf IST gewandelt, sondern es ging um den Monatsabschluss.

    Daraufhin schrieb er dem AL, dass er die Dienstpläne noch nicht abgeschlossen hat und maßregelte ihn in einem oberlehrerhaften Ton. So Recht haben die anderen BRM auch nicht verstanden, wieso sich darum zu kümmern jetzt Aufgabe des BR oder Personalausschusses sei. Das fällt wohl eher in den Verantwortungsbereich der Personalabteilung bzw. des BL, hier den AL entsprechend darauf hinzuweisen.

    Ja gut, dass man sich immer irgendwas suchen kann, soweit ist mir das klar.

    Ich bin aber nicht der Fan davon, die Zeit irgendwie voll zu kriegen und Zeit zu schinden, wenn ich im regulären Job nen Schreibtisch habe, der abgearbeitet werden will.

    Für mich gilt die Freistellung für notwendige Arbeit. Sich von der Arbeit zu befreien, um dann Zeit abzusitzen, anstatt seiner Arbeit nachzugehen, wenn es gar keine notwendige BR Arbeit gibt, ist nicht so meine Mentalität.

    Guten Morgen,


    wahrscheinlich gehe ich als der mit den dummen Fragen in die Geschichte ein :-D


    Wie handhabt Ihr das praktisch mit den Teilfreistellungen? Nutzt Ihr diese vollständig aus? Damit meine ich nicht die grundsätzliche Aufteilung, sondern die wöchentliche Praxis. Wir hatten beispielsweise letzte Woche über die Sitzung hinaus und 2 Mitarbeitergesprächen in der Firma keine weitere BR Arbeit. Das mag komisch klingen und kommt nicht oft vor, aber diese Woche war sehr ruhig. Das liegt auch daran, dass wir aktuell an BVs gearbeitet haben, die beim RA lagen und nun von der GF unterschrieben wurden. Sprechstunden etc. sind derzeit ausgesetzt wegen Corona, so dass wir auch weniger in den Abteilungen unterwegs sind.

    Eine Erholpause. Meinem Rechtsempfinden nach bin ich dann eben in einer Woche, wo nicht so viel zu tun ist, normal an meinem Arbeitsplatz, selbst wenn ich meine Teilfreistellung dann nicht komplett nutze. Ein Kollege von mir ist der Ansicht, dass dies problematisch sein kann, weil dann die GF irgendwann weniger Freistellungen zur Verfügung stellen könnte. Ich meine aber, die Zahl der Freistellungen ist im BetrVG vorgegeben und kann durch die GF nicht verändert werden. Dazu kommt noch, dass auch von den nicht freigestellten Mitgliedern ja immer BR Zeit geschrieben wird, im Jahr Fortbildungen dazu kommen etc, so dass in der Summe die BR Zeit sowieso weitaus höher liegt als die der festen Freistellungen.


    Wie seht Ihr das?


    Viele Grüße, Struggler

    Danke für Eure Beiträge. Der Aspekt der Kommunikationskultur nach Außen gefällt mir ganz gut. Das werde ich mal als Thema bei uns anregen. Wir haben manchmal den Eindruck, dass der eine oder andere unserer lieben Gremiumsmitglieder seine Position nutzt, um den ihm verhassten Chefs endlich mal ne Ansage machen zu dürfen.

    Liebe Kollegen und Kolleginnen,


    kürzlich hatten wir im Gremium eine Meinungsverschiedenheit. Ein BRM stellte als Teil des Personalausschusses eine Anfrage an einen Abteilungsleiter. Der Abteilungsleiter schrieb seine Antwort daraufhin an den BRV, dass er überrascht war, die Anfrage nicht vom BRV zu bekommen, der aus seiner Sicht das Sprachrohr des Gremiums ist. Der Abteilungsleiter formulierte etwas spitz in die Richtung, dass er hofft, dass der Anfrage des BRM doch ein dokumentierter Beschluss des Gremiums zugrunde liegt, der das BRM zur Anfrage berechtigt und hier nicht eigenmächtig ohne Beauftragung anfragt wurde.


    Nun gibt es im Gremium unterschiedliche Positionen, ob nicht ein Ausschussmitglied auch das Recht hat, in einer Sachfrage an die Abteilungs- oder Bereichsleiter Anfragen zu stellen, auch wenn kein dokumentierter Beschluss vorliegt. Oder ob jegliche Anfrage vom BRV erfolgen muss.


    Vielen Dank!


    Struggler

    ...dann soll sie doch mal bei der LINKEN nachfragen, ob da einer aus dem alten SED-Kader noch weiß wie man ne gescheite Mauer baut...

    Angesichts der Tatsache, dass die Mauer vor 32 Jahren fiel, dürfte es schwierig sein, alte SED Kader in der Linken zu finden.

    Da das Durchschnittsalter von CDU Mitgliedern um einiges höher ist, wird man dort vielleicht eher fündig, die schlauen Kader wussten nämlich schon wie man seine Socken ins trockene trägt.

    Wenn Ihr das wollt, ist das ok.

    Für mich klang es so, als würdet Ihr Euch für Webinare entscheiden, weil er AG sagt, dass er bei anderen Seminaren die Genehmigung nicht erteilen würde. Das wäre aus meiner Sicht ein falsches Entgegenkommen.

    Und nur weil man nicht durch Deutschland touren sollte, muss man nicht gleich auf Webinare umschalten.

    Eine gepflegte Inhouse-Schulung oder angesichts der Covid Situation eine Präsenzschulung in externen Räumlichkeiten, sollte schon machbar sein.

    Ok. Und was schreibt der Vorsitzende dann in die Einladung noch so rein zu so einem Punkt?

    Also das würde so aussehen:


    5 Beschlussfassungen zu Personalangelegenheiten vom 01.01.21 / 8.00 Uhr - 06.01.21 / 8.00 Uhr (gem. Outlook-Postfach)

    5a Einstellungen

    5b Entlassungen


    Für mich wäre eben prägnant:


    5 Beschlussfassungen zu Einstellungen

    5a Beschluss zur Einstellung Ließchen Müller als Sekretärin der Produktionsleitung zum 01.05.21 in der Entgeltgruppe xy mit 3 Monaten Probezeit"


    6 Beschlussfassungen zu Versetzungen

    6a Beschluss zur Versetzung...

    Du hast eigentlich viele Punkte gut angeführt.... immer wenn Du sagst "Ich verstehe nicht, wieso..." geht mir eben auch. Und dieses ganze unklare geht eben zu Lasten unserer juristischen Schlagkraft, aus meiner Sicht und so war eigentlich auch die Botschaft des Referenten.

    Für mich wäre es ganz einfach: Alle bis zum Verschicken des Protokolls bekannten Personalangelegenheiten werden eineutig in die Einladung gesetzt. Alle anschließend eingereichten werden bei Genehmigung der TO per Beschluss als Ergänzung der TO hinzugefügt.

    Für mich hat ein TOP eben auch einen kurzen prägnanten Namen und nichts weiter.

    Das ist es eben, weshalb ich frage, ob ich zu pedantisch bin. Ich denke momentan können wir alles in die Tonne kloppen. :-)


    Dann verstehe ich nicht, warum der überhaupt noch in der TO auftaucht. Allerdings habe ich gerade so meine Vermutung,

    Weil die Leute scheinbar immer noch über alles ewig labern müssen... für mich gibt es eine Beratung zu einem Beschluss, einen Beschluss und ggf. Austausch zur Umsetzung eines Beschlusses... aber die ganze Umsetzung... Diskussion... Austausch wird alles unter einem TOP Beschluss nach.... geführt. Für mich unsinnig und ich habe mehr als einmal angeregt, sich auf klare rechtssichere TOP zu beschränken, aber es kommt eben nicht an...


    hättet ihr mal besser auf euren Referenten gehört.

    Ist halt unserem BRV zu viel Aufwand... hat er so klar gesagt.

    Apropos Protokolle: Wer schreibt die denn bei euch? Auch der Vorsitzende?

    Ich :-D Das ist ja mein Problem. Oder vielleicht ist das genau die Ursache meines Problems.


    Wir hatten vor einiger Zeit die Schulungen und da wurde u.a. auch vieles zu den Einladungen usw gesagt, wie genau sie geschrieben werden müssen, dass sie keine Abweichungen haben dürfen usw usf. Eigentlich wurde uns klar gemacht, wie sorgfältig alles gefasst werden muss.


    Als Schriftführer bin ich nun genau darauf bedacht, alles so zu gestalten, dass es bei einem Rechtsstreit juristisch sauber ist und wir nicht wegen Formfehlern gegen den AG verlieren... bei unserem Vorsitzenden habe ich den Eindruck, er wäre gar nicht bei der Schulung gewesen (obwohl er ja neben mir gesessen hat). Uns wurde bei der Schulung ganz eindringlich vermittelt, wie genau alles formuliert werden soll. Unser Vorsitzender schreibt aber dermaßen nachlässig die Einladungen, dass wir wahrscheinlich deshalb aus formalen Gründen niemals etwas durchkriegen würden.


    Und das ist mein Problem. Da arbeiten wir in allem sauber und kriegen dann Einladungen mit falschen Daten, nicht richtigen Formulieren, uneindeutigen TOP, angedeuteten Beschlüssen die schon längst beschlossen wurden, ohne Unterschrift des Vorsitzenden, obwohl unser Anwalt meinte, es muss vom Vorsitzenden unterschrieben worden sein usw.


    Und das ist halt der Grund, warum ich etwas genervt bin, weil ich aber eben, wie Du auch sagst, ja nicht ständig nerven will. Ich denke mir: Es gibt ja auch noch genügend Leute im Gremium...

    Ich weiß noch nicht einmal, wofür es diese Angabe in der Einladung braucht. Auch ist mir nicht klar, warum die TO dann geändert werden muss.

    Also es geht um die Bearbeitung von Personalangelegenheiten. Unser Referent hat uns gesagt, in die Einladung müsste eingefügt werden: Top 2: Beschlussfassung zur Einstellung von Lieschen Müller.

    Unserem Vorsitzenden ist das aber zu aufwendig. Außerdem gehen bei uns die Personalangelegenheiten in eMail Form von der PA zu, so dass auch noch nach Versenden der Einladung etliche Anträge eingehen.

    Deshalb wurde sich dazu entschieden zu schreiben: "Beschlussfassungen zu Einstellungen vom Datum/Uhrzeit bis Datum/Uhrzeit". Das bedeutet natürlich, dass in jeder Sitzung am Zeitraum der früheren Einladung angeknüpft werden muss. In der aktuellen Einladung fehlte aber ein ganzer Tag, so dass wir etliche Personalangelegenheiten nicht bearbeiten könnten.


    erstehe ich auch nicht. Wenn in der Einladung schon der halbe Sachverhalt mit geschildert ist - na prima, geht es in der Sitzung um so schneller. Warum muss hier die TO ergänzt werden?


    Wir führen bei wichtigen Themen meistens noch einige Punkte sitzungsübergreifend mit, damit unsere Urlauber nach Wiederkehr schnell auf dem aktuellen Stand sind. Jetzt haben wir als TOP z.b. vor 3 Wochen angefangen: "Temperaturen in der Umkleidekabine". Vor 2 Wochen hieß ann der TOP "Temperaturen in der Umkleidekabine => Nachfragen bei Hausmeister", eine Woche später "Temperaturen in der Umkleidekabine => Nachfragen bei Hausmeister => Ist nicht zuständig", und diesmal "Temperaturen in der Umkleidekabine => Nachfragen bei Hausmeister => ist nicht zuständig => BRM fragt noch einmal nach" und anschließend "Temperaturen in der Umkleidekabine => Nachfragen bei Hausmeister => ist nicht zuständig => BRM fragt noch einmal nach => ausgesetzt". Unser Schriftführer freut sich, weil er jedenfalls alle Punkte überarbeiten muss.



    Das ist kein fertig gefasster Beschluss, nur ein Hinweis in der Einladung, auf welcher Rechtsgrundlage hier ein Beschluss gefasst werden soll/muss.

    Der Beschluss ist eben schon durch. Der muss gar nicht mehr gefasst werden. Gemäß Einladung hat man aber den Eindruck, es müsse ein Beschluss gefasst werden.


    Das ehrt dich. Hast du ihm denn schon mal deine Hilfe angeboten, sozusagen einen zweiten Blick vor Versand, damit so Dinge vermindert/eliminiert werden?

    Hatte ich schon. Allerdings kamen dann im Stundenrythmus neue Versionen, so dass ich das nicht mehr übernehmen konnte. Man hat ja auch noch einen "normalen Job" wo man Verantwortung trägt.

    Zum Ende hin haben wir Sitzung mit der GF und unsere normale BR Sitzung. Das geht mit Nacharbeitung bis 20.00 Uhr. Letzte Woche hatten wir unsere Arbeitszeit entsprechend verschoben, so dass wir die 8 h nicht überschreiten. Diese Woche hat er eine Ausschuss-Sitzung um 9.00 Uhr angesetzt. Nach der Ausschuss-Sitzung wäre dann 5 Stunden Luft bis unsere reguläre Sitzung um 15.00 Uhr beginnt.


    Es wurde uns bei der Schulung gesagt, dass wir solche Sachen nicht machen sollen. Und er hatte auch schon Feedback von mehreren Seiten bekommen, dass es belastend ist. Deswegen waren wir überrascht, dass er frisch nach der Schulung wieder so plant.


    Ich habe ihm auch gesagt, dass ich mich weigere, dem AG Mehrstunden außerhalb jeder Notwendigkeit in Rechnung zu stellen, nur weil wir nicht vernünftig planen können. Und dass wir uns auch selbst lächerlich machen, wenn wir dem AG ständig erklären, dass Überstunden nicht sein müssen, während wir selbst so tun, als müssten sie sein.


    Nach meinem Gemecker starten wir nun um 12.00 Uhr...