Beiträge von Struggler

    Wenn ich mir vorstelle, welche Kleinigkeiten alle gesetzlich als Arbeitszeitbetrug laufen, dann würde ich fast behaupten, es gehört in den meisten Firmen zum guten Ton. Und das nicht, weil die Leute etwas boshaft ausnutzen, sondern weil sie schlichtweg die Tragweite einzelner Handlungen nicht verstehen.

    Grund dafür ist , wenn sich 90-95 % geimpft hätten würde der Betriebsrat die Maskenpflicht im Betrieb kündigen ..

    Habt Ihr in dem Punkt Entscheidungsfreiheit? Soweit ich weiß, sind die Regelungen in den SARS-CoV-2 Verordnungen für Firmen maßgeblich. Ein BR kann über ein Infektionsgeschehen doch gar nicht urteilen.

    Arbeitsmedizinisch soll das gut sein, besser als der Blockweise Wechsel, weil man sich halt nicht an die Schichten gewöhnt.

    Das trifft auf Leute zu, die größtenteils im Tagdienst tätig sind und nur gelegentlich Nächte übernehmen. Hier ist von Vorteil, wenn sie nicht mehr als 2-3 Nächte arbeiten, damit sie nicht aus ihrem üblichen Tagesrhythmus herausgerissen werden.

    Dass es allerdings arbeitsmedizinisch empfohlen sein, dass die Schichten generell so gelegt werden sollen, dass man sich an keinen Rhythmus gewöhnen kann, mag ich nicht recht glauben. Das steht der Erholung doch im Weg.


    Die mir bekannte Empfehlung menschgerechter Arbeit sieht so aus, dass z.b. die Spätdienste nicht mehr als 4 Dienste am Stück sein sollen, Nachtdienste nur bei den MA, die mehrheitlich im Tagdienst sind, nicht mehr als 2-3 betragen sollten, damit der Tagesrhythmus nicht gestört wird und generell Schichtsysteme vorwärtsroutierend sein sollen.

    Dass der AG hier FA oder Urlaub anbietet, finde ich recht kulant. An der Stelle des Azubis würde ich diese Kulanz annehmen. Ob die Mutter die Sprache des Landes beherrscht, in dem sie lebt, ist jedenfalls keine Frage, die den AG zu interessieren hat. Der Azubi hatte offensichtlich gegenüber seinem AG nicht einmal soviel Pflichtgefühl, um telefonisch Rücksprache zu nehmen oder die Firma zu informieren. Notarztbehandlungen, die den ganzen Tag dauern, finde ich auch eher außergewöhnlich, und eine Klinik, die vor Ort keine Dolmetscher oder entsprechendes Personal hat, dürfte auch die Ausnahme sein. Als AG würde ich mir hier die Frage stellen, ob der Azubi zukünftig auch bei behördlichen Terminen seiner Mutter gleich einen ganzen Tag unentschuldigt fehlen wird.

    Bei uns im Unternehmen wurde die Corona Prämie entsprechend dem Einkommen gesplittet. Die Berufungsgruppen mit dem geringsten Einkommen haben die höchste Corona Prämie bekommen.

    Jetzt kam noch eine zweite Corona Prämie von unseren Kunden, die wurde in jeden jeweiligen Häusern danach gesplittet, ob Patientenkontakt und in welcher Form besteht, d.h. die Kolleginnen mit dem intensiven Patientenkontakt haben den höchsten Anteil bekommen. Hierfür wurden die tatsächlich geleisteten Schichten ausgewertet.

    Heißt praktisch: die Leitungsfunktionen, die nicht im operativen Geschäft sind, haben wenig bis gar nichts bekommen, die Reinigungskräfte und Küchenservicepersonal (Beispiel) den höchsten Betrag.

    Wir hatten kürzlich einen ähnlichen Fall, allerdings war kein BR Mitglied betroffen.

    Der AG wollte eine MA in einen anderen Bereich versetzen, vorgeblich weil Coronabedingt der frühere Bereich nicht mehr ausgelastet wird. Wir hatten die Zustimmung zur Versetzung erst einmal verweigert, da uns nichts schriftliches von der MA vorlag.

    In der nächsten Sitzung schickte uns der AG die Mitteilung einer beabsichtigten Einstellung in dem Bereich, aus dem die MA versetzt werden sollte.

    Wir haben die Zustimmung zur Einstellung und zur Versetzung verweigert und dem AG empfohlen, den neuen Kollegen doch in dem Bereich anzustellen, wo die Kollegin hin versetzt werden sollte.

    Was ist denn ein "HR" ?

    Grundsätzlich ist es ja in Ordnung, wenn irgendjemand Wünsche äußert, wie der BR im Büro anwesend ist, aber grundsätzlich organisiert sich der BR selbst und hat diese Entscheidung zu treffen - und nicht ein, was auch immer das sein soll, "HR".

    Betriebsratsarbeit hat grundsätzlich in der Arbeitszeit stattzufinden. Anspruch auf Freizeitausgleich (bzw. die Vergütung bei fehlender Möglichkeit des Ausgleichs innerhalb eines Monats) kannst du nur dann geltend machen, wenn die Betriebsratsarbeit außerhalb der Arbeitszeit betriebsbedingt notwendig war.


    Leider kenne ich auch Betriebsräte, die das etwas sehr locker sehen und ihre BR Arbeit als Freifahrtschein betrachten, sich zusätzlichen Anspruch auf FA zu generieren. Frei nach dem Motto "BR Arbeit ist immer notwendig" wird Stunde um Stunde produziert, um sich noch eine zusätzliche arbeitsfreie Zeit generieren zu können. Obwohl der Arbeitgeber den Kollegen völligen Freiraum für die BR Arbeit innerhalb der Arbeitszeit lässt.

    So wird der eigentliche Schutzansatz des BetrVG in dieser Frage, nämlich Betriebsräte vor Behinderungen ihrer BR Tätigkeit durch ihre AG zu schützen, zum Stundensammeln missbraucht, weil "Egal, was man macht, es ist immer notwendig." Der Charakter eines Ehrenamts wird dadurch immer weiter verdrängt. Schade ist daran nur, dass die Kollegen im Betrieb für sowas auch eine Nase haben und dadurch der ganze Ruf von BR Arbeit leidet.


    Ich unterstelle jetzt nicht, dass es bei Dir so ist. Es ist einfach eine Beobachtung, die ich diesbezüglich mal einwerfen wollte.

    Die Begründung ist schon heiß. Der Arbeitgeber hätte wenigstens ehrlich sein können und sagen, dass er durch die Befristung ggf. den Kündigungsweg umgehen will.

    Man könnte an dieser Stelle natürlich pokern: der Einstellung zustimmen, aber der Befristung widersprechen. Begründung, dass kein Sachgrund für die Befristung ersichtlich ist und auch keine Unterlagen vorliegen, aus denen der Wunsch der Bewerberin auf einen befristeten Arbeitsvertrag hervorgeht.

    Zitat

    Als der Mitarbeiter von der Impfaktion erfuhr, wandte er sich direkt an den Vorgesetzten, um auch geimpft zu werden. Das wurde ihm verweigert. Begründung soll sein, dass er zuhause arbeitet, nicht im Betrieb (allerdings arbeiten zur Zeit viele bei uns immer noch im HomeOffice).

    Der Mitarbeiter hielt dann direkt Rücksprache mit dem Impfzentrum. Die waren gerne bereit ihn mitzuimpfen.

    Der Vorgesetzte weigerte sich dennoch. Danach müssen Vorgesetzter und Impfzentrum telefoniert haben.

    Grundsätzlich würde ich hier dem Argument des AG folgen, dass MA, die aktuell nicht im Betrieb aufhältig sind, auch nicht geimpft werden. Für mich gibt es keinen Grund, warum die Firma für einen MA, der dauerhaft nicht in der Firma ist, einen Impftermin organisieren sollte.


    Das für mich nicht nachvollziehbare an der ganzen Geschichte ist die Verquickung von Impfzentrum und AG. Wieso wird der Vorgesetzte überhaupt bei der Frage, wo sich jemand außerhalb der Firma impfen lässt, mit einbezogen.

    Es ist mir zutiefst unangenehm, aber hier muss ich doch korrigieren:


    "Für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen gilt ab 1. März 2020 eine Impfpflicht gegen Masern. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag am heutigen Donnerstag beschlossen. Damit will die Bundesregierung die Impfquote erhöhen und mittelfristig eine Elimination der Masern in Deutschland erreichen."


    https://www.kbv.de/html/1150_43061.php


    Soweit die Immunität nicht nachgewiesen werden kann, muss gegen Masern geimpft werden. Die Feststellung zur Immunität dient hierbei dazu, nicht unnötig erneut gegen Masern zu impfen. Ohne eine Impfpflicht gegen Masern wäre die Pflicht zum Nachweis der Antikörper gar nicht notwendig.

    ABER ich empfinde es schon als Nachteil gegenüber denen, die sich nicht impfen lassen wollten

    In diesem Punkt teile die Meinung der meisten Schreiber hier.

    Und habe nochmal diesen Punkt von Dir hervorgehoben: Für mich sollte sich derjenige, der sich nicht impfen lassen möchte, eher die Frage stellen, welche Nachteile seinen Patientinnen und Patienten entstehen.

    Seit März 2020 besteht in Gemeinschaftseinrichtungen eine Pflicht zur Masernimpfung, besonders auch in den Krankenhäusern. Da redet kein Mensch drüber.

    Für mich stellt sich schon lange die Frage, ob es nicht eher ein legitimer Kündigungs- oder zumindest Abmahnungsgrund wäre, wenn sich Krankenhauspersonal nicht den gängigen Impfungen unterziehen will (es sei denn es gibt berechtigte Sorge aufgrund eigener Krankheitssituation etc). Die sind für mich schlichtweg im falschen Job.

    Statt sich dem Luxus-Mimimi hinzugeben ("die Impfung passt mir, die will ich nicht, die dann doch, gibt's noch Nachtisch?"), sollten wir froh sein, in Deutschland eine sehr gute medizinische Versorgung zu haben (andere Menschen träumen davon) und mal daran denken, welche Privilegien wir als Krankenhausangestellte haben:

    Dauerhaften Zugang zu Testmöglichkeiten und kostenlose Masken. Dazu noch eine gute Anbindung an wissenschaftliche Informationen jenseits des Presse- und Regierungschaos.