Beiträge von Der Mann mit der Ledertasche

    Ich würde der Kollegin erklären, dass Enthaltung die schüchterne kleine Schwester von Nein ist und sie damit grundsätzlich gegen jeden Beschluss stimmt. Das wird bei dann bei Gleichstand so richtig interessant, wenn ihre Stimme das Zünglein an der Waage ist und der/die SBV den Beschluss evtl. vor Gericht vertreten muß.


    Ich würde auch erwarten, dass sie nach angemessenen Erklärungen in der Lage ist, sich ein Bild zu machen. Wenn sie sich erst alles lang und breit erklären lässt und bei Beschlussfassung dann sagt: "Ich enthalte mich, weil ich die Abläufe nicht mitbekommen habe" ist sie keine Hilfe, sondern ein Klotz am Bein und zieht die Sitzungen nur in die Länge. Das kann man man ihr ruhig auch mal so direkt sagen. Ich würde in absteigender Priosierung:


    a. Sie bitten, sich möglichst vorab zu informieren und mit einem begründeten Ja oder Nein zu stimmen.

    b. Zu Gunsten einer Kollegin zurückzutreten, die in die Abläufe involviert ist und eine qualifiziertere Meinung beisteuern kann.

    c. Demonstrativ zeigen, wie lästig mir die ständige Erklärerei und ihr Stimmverhalten ist, z.B. "Heute ist mal jemand anders der Erklärbär, der Susi über die Thematik aufklärt, zu der sie sich sowieso enthält. Oder sollen wir uns die Erklärungen gleich sparen, da sie sich ja sowieso enthält?"

    Womit ich anfangen würde: Eine Überlastungsanzeige an alle Kolleg/innen verteilen (Formulare gibts im Internet) und dazu ein paar erklärende Worte, dass diese eine Schutzfunktion hat. Falls es zu Arbeitsfehlern und Rückständen kommt, sind die AN aus der Haftung (sie haben ja explizit auf diese möglichen Folgen hingewiesen) und im Falle von Krankheiten durch Überbelastung ist evtl. die Chefin regresspflichtig. Eine Überlastungsanzeige ist daher kein Faulheitseingeständnis oder Jammern, sondern dient der Absicherung. Natürlich kannst du niemanden zwingen, aber wie schon geschrieben, sind die Kollegen alt genug um auch mal selber den Mund aufzumachen.


    Des weiteren: Bei unter 20 MA müsste es doch möglich sein, euch abends mal in der Kneipe auf der Waldlichtung zu treffen, wo jeder sich mal auszukotzen kann und ihr anschließend gemeinsame Strategien überlegt. Solange sich jeder wegduckt und nur darauf hofft, dass der nächste Schlag jemand anderen trifft, wird es weiterhin möglich sein, dass eine einzelne Person 20 andere tyrannisiert. Mach ihnen deutlich, dass du ihnen helfen willst, aber auch auf ihre Unterstützung und Solidarität angewiesen bist, zum Wohle aller. Wenn das nichts fruchtet, schließe ich mich rtjum an: Dann tu eben nichts. Glückliche Sklaven kann man nicht befreien...

    Meine Interessen als unmoralischer Schweinepriester, der für einen vorzeitigen Ruhestand unrechtmäßig das Sozialsystem schröpfen will, vertrete ich dann alleine. ;)

    Sorry Paragraphenreiter, aber solange du dein Handeln noch unter moralischen Gesichtspunkten beurteilen kannst, hast du nicht das Zeug zum Schweinepriester und wirst höchstens ein Schweinemessdiener bleiben. ;)


    Auf der Priesterstufe stehen z.B. unsere geschätzen ehemaligen Konkurrenten und jetzt Teilhaber, die sich mit uns zuerst einen ruinösen Rabattkampf um den Werberamsch der Großkunden geliefert haben. Bis sie auf die Idee kamen, sich bei uns einzukaufen und wir ihr Kroppzeug übernehmen mussten, das unseren Chefs die wenigen schmutzigen Tricks beibrachte, die sie selbst noch nicht kannten. Deren Zusteller wurden praktisch von heute auf morgen und ohne Vorwarnung beim Hartzamt vor der Tür abgeladen und wir müssen ihren Mist austragen. :cursing: Und ich kam ohne Kündigung für meine Bemerkung davon, dass ich vor jedem, der in der Altstadt den Arsch hinhält, mehr Respekt hätte, weil der sein Geld wenigstens ehrlich verdient. (Ich hatte es im Kollegenkreis gesagt und konnte nichts dafür, dass einer Übernommenen so gute Ohren hat) ;)


    Die von Markus erwähnten Großkonzerne haben dann schon die Qualifikation zum Schweinekardinal... <X

    Im konkreten Fall ist ja nicht der AG auf den BR zugekommen mit dem Wunsch gemeinsam Kriterien für einen Sozialplan zu erstellen, sondern er will sich vermutlich sein Dreamteam zusammenstellen und die Kriterien, nach denen er die Kündigungen vornehmen will, dem BR verschweigen. Damit spielt er dem BR doch in die Karten... :whistling:


    Also ist der BR sich in diesem Fall gut beraten sich nicht aufzudrängen, dann muß er sich nicht auch vorwerfen lassen am Verlust von Arbeitsplätzen mitgestrickt zu haben.

    Zu mir sagte meine Freundin eines Tages, ich solle mein Jackett anziehen. Sie würde mich und ein paar Freunde in ein gutes Restaurant einladen.

    Aber statt und zum Tisch zu führen fragte mich die Bedienung ob ich meine Freundin heiraten möchte und bevor ich reagieren konnte, sagte sie: "Ja, er will!" =O

    Du brauchst ihm sogar gar nichts mitzuteilen. Das macht das Finanzamt automatisch, das es wiederum vom Standesamt erfährt. Das Finanzamt teilt dich automatisch in Klasse IV ein, nur wenn du III oder V möchtest, musst du das explizit beim Finanzamt beantragen, das dann den AG unterrichtet.


    Ich würde den AG aber trotzdem von der Eheschließung unterrichten, weil dir für den Tag der Hochzeit Sonderurlaub zusteht.

    Der Ball liegt klar beim AG, wenn er zicken will führt das zu seinem eigenen Schaden. Lies mal hier.


    Der Betriebsrat kann der ordentlichen Kündigung widersprechen, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers soziale Gesichtspunkte nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt hat (§ 102 Abs. 3 Nr. 1 BetrVG). Der Arbeitgeber hat dem Betriebsrat im Zuge der Anhörung von vornherein, auch ohne ein entsprechendes Verlangen, die Gründe mitzuteilen, die ihn zur Auswahl gerade dieses Arbeitnehmers veranlasst haben (BAG v. 29.3.1984 – 2 AZR 429/83).


    Also, zicken lassen und den Kündigungen widersprechen...

    Hallo Ramona,


    könntest du den alten Thraed mal verlinken, damit man weiß worum es geht?


    Die Begründung der 7-Tage-Frist steht meines Erachtens im Gesetz selber und bedarf keines bestätigenden Urteils.


    § 178 Abs. 2 S. 2 SGB IX

    (2) Der Arbeitgeber hat die Schwerbehindertenvertretung in allen Angelegenheiten, die einen einzelnen oder die schwerbehinderten Menschen als Gruppe berühren, unverzüglich und umfassend zu unterrichten und vor einer Entscheidung anzuhören; er hat ihr die getroffene Entscheidung unverzüglich mitzuteilen. Die Durchführung oder Vollziehung einer ohne Beteiligung nach Satz 1 getroffenen Entscheidung ist auszusetzen, die Beteiligung ist innerhalb von sieben Tagen nachzuholen; sodann ist endgültig zu entscheiden. Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen, die der Arbeitgeber ohne eine Beteiligung nach Satz 1 ausspricht, ist unwirksam. Die Schwerbehindertenvertretung hat das Recht auf Beteiligung am Verfahren nach § 164 Absatz 1 und beim Vorliegen von Vermittlungsvorschlägen der Bundesagentur für Arbeit nach § 164 Absatz 1 oder von Bewerbungen schwerbehinderter Menschen das Recht auf Einsicht in die entscheidungsrelevanten Teile der Bewerbungsunterlagen und Teilnahme an Vorstellungsgesprächen. [Fettung von mir]


    Aber allgemein gibt es mindestens 3 Themen, in denen man dem albarracin wirklich vertrauen kann: SBV, BR und Kartoffelsalat ;)

    Hallo Apple,


    die 2. Meinung würde ich in jedem Fall einholen. Ich würde mich an deiner Stelle aber weder über den AG noch den BR allzu sehr aufregen. Das sind sie schlichtweg nicht wert, dass du deine Psyche damit ruinierst, dich über sie zu ärgern. Kein AG steht vor dem Gericht gerne als Bösewicht da und wird natürlich immer behaupten, dass er seine Fürsorgepflicht stets übererfüllt habe. Das wissen aber auch die Richter... ;)


    Euer BR hat in diesem Forum sein Fett stärker weggekriegt als meines Wissens weder jemals einer zuvor noch danach. Und zwar völlig zu Recht. Das vielleicht als Hinweis an den Anwalt, dass der (Nicht)-Reaktion des BR mangels Kompetenz kein allzu großes Gewicht beigemessen werden sollte und er dies im Verfahren auch vorbringen kann.


    Meine ganz persönliche Meinung: Das Klima im Betrieb ist derart vergiftet, dass ich an deiner Stelle meine Zukunft dort nicht mehr sehen würde. Falls auch der zweite Anwalt meint, das Angebot wäre realistisch und ein besseres Ergebnis nicht zu erzielen, würde ich es annehmen. Deine Gesundheit ist wichtiger als ein paar Euro hin oder her und 18 Monate sind eine gute Zeit um zur Ruhe zu kommen. Ich meine zwar aus dem Bauchgefühl heraus da ginge mehr, aber wenn der Fall nicht absolut klar ist, findet das Gericht wahrscheinlich eine Lösung, bei der beide Seiten Abstriche machen müssen.


    Wie gesagt, hol dir die zweite Meinung ein und auch die Meinung deiner Kinder. Das sind die Einzigen, denen du verpflichtet bist.

    Ich habe einen kleinen Workaround gefunden: Ich kann zwar keine Profile löschen, aber Beiträge verschieben. Also habe ich ein den Moderatoren vorenthaltenes Unterforum als Misthaufen zweckentfremdet und die Häufchen dorthin entsorgt. Falls das nicht im Sinne des Erfinders sein sollte, könnte man ein zusätzliches unsichtbares Unterforum anlegen, in das die Moderatoren Beiträge verschieben können.


    Eure fleißige Putzperle :saint: