Beiträge von Der Mann mit der Ledertasche

    Hallo Denno,


    zusätzlich zu dem was Moritz schreibt, möchte ich nochmal meinen Tip mit der Überlastungsanzeige wiederholen. Die wird nicht an den BR gerichtet, sondern an den direkt verantwortlichen Vorgesetzten und heisst im Klartext: "Wenn du mir weiterhin so viel aufhalst, stehst du in der Verantwortung für Fehlzustellung, Kundenreklamationen, Verkehrsunfälle, Krankheitsausfälle etc." Damit bist du aus der Haftung. Dein Vorgesetzter hat dann im Rahmen seiner Fürsorgepflicht Abhilfe zu schaffen. Falls er es vorzieht, die Anzeige zu ignorieren, möchte ich nicht in seiner Haut stecken, wenn es tatsächlich zu den beschriebenen Folgen kommt.


    Es ehrt dich, dass du auch an deine Ladepartner denkst. Du kannst sie aber besser schützen, wenn du ausdrücklich auch auf ihre Situation hinweist, oder ihr die Erklärung gemeinschaftlich verfasst.

    Du würdest natürlich niiiiiemals Schindluder mit privaten Daten treiben, WI. Naja, da ist doch diese süße Azubine in der Buchhaltung, die dir so gut gefällt. Da du jetzt mit ihr in einer Whatsapp-Gruppe bist, kannst du ihr ja mal eine private Nachricht schicken, oder sie abends mal anrufen. Das ist natürlich kein Mißbrauch. Bei so einem tollen Hecht wie dir wird sie sich natürlich geehrt fühlen...8o

    Komm mal von der Palme runter Denno,


    wir beide sind praktisch Kollegen, nur bin ich von der Schmuddelkonkurrenz, habe keinen Tarifvertrag, wesentlich weniger Geld und Urlaub als du... dafür stelle ich keine Briefe für Leute, die seit zig Jahren verzogen sind, auf Briefkastenanlagen und Fensterbänke. ;)


    Und ob du es glaubst oder nicht: Ich mag meinen Job! Das Betriebsklima könnte zwar weitaus besser sein, aber da habe ich mir eine gesunde LMAA-Einstellung angewöhnt und sehe zu, so schnell wie möglich aus dem Depot in die Zustellung zu kommen. Und dann laufe ich lieber bei Hitze, Regen und Sturm draußen herum als mich für das dreifache Geld in eine Schlangengrube (=Büro mit Kolleg/innen, Tratsch, Intrigen, Hofzeremoniell etc.) zu setzen. Wenn Chef freundlich ist und ich keine Termine habe, ist Mehrarbeit kein Thema - solange sie korrekt bezahlt oder als Freizeitausgleich abgegolten wird. Wäre dies nicht der Fall oder habe ich etwas vor (oder hat Chef gemeint, ohne meine Genehmigung den Chef spielen müssen) ;) mache ich eben pünktlich Feierabend und bringe, was ich nicht zustellen konnte, zurück ins Depot und laufe morgen meine Tour in umgekehrter Richtung. (Meines Wissens habt ihr da eine Vertretungs-Regelung, zumindest in meiner Stadt).


    Wenn mehr Arbeit anliegt als du schaffen kannst, ist das das Problem deines Chefs, nicht deines. Du schuldest nur die Arbeitsleistung für die vertragliche Arbeitszeit. Wenn das Dauerzustand ist, schreib ein Überlastungsprotokoll und mach dir eine Kopie davon. Dann ist der schwarze Peter beim AG, falls das mal gerichtsrelevant werden sollte, z.B. bei einer Kündigungsschutzklage. Du musst machen was du kannst - aber nur solange wie du musst!


    Was den Respekt betrifft: Der freut mich nur von jemandem, den ich ebenfalls respektiere. Von den anderen reicht mir auch Geld...;)

    Winfried, als Psychologe weisst du sicher, dass manchmal ein robustes "habt ihr eigentlich einen an der Klatsche, ihr Ärsche?" wirkungsvoller sein kann als "Ich bin betrübt, dass ihr eure Antipathien gegeneinander nicht bei einem guten Gespräch lösen könnt und jeder mal versucht, die Argumentation des anderen zu verstehen..."


    Nicht immer, aber je nachdem wie Empfänger, Absender und Situation beschaffen sind...;)

    Da dieser Beitrag gegenüber dem Thread, auf den er sich bezieht, off Topic wäre, poste ich ihn mit Rücksicht auf die Forenregeln mal unter Smalltalk.


    In einem Beitrag nannte der Threadersteller sich selbst "Picker", beschrieb seine Tätigkeit als "picken" und es ging in seinem Beitrag um eine "Pick-Prämie". Zuerst vermutete ich ja einen systematischen Rechtschreibfehler aus Zensurgründen und eine Tätigkeit in einem besonders von den Pandemiemaßnahmen betroffenen körpernahen Dienstleistungsgewerbe...bis die Prämie von 3 Cent pro "Pick" mich stutzig machte.


    Also habe ich mich kundig gemacht, wo man seinen Broterwerb durch Picken bestreitet: In der Geflügelwirtschaft und beim reichsten Mann der Welt. Ich nehme an, dass der Beitrag sich auf letzteren bezieht.


    Es scheint mir ein besonders bei selbstherrlich-autoritär geführten Unternehmen verbreiteter Trend zu sein, den Ausübenden einfacher Tätigkeiten durch besonders dämliche Tätigkeitsbeschreibungen ihren Stellenwert im Unternehmen aufzuzeigen. So war ich selber einmal als "Greifer" tätig, habe jedoch zum Missfallen der GF mich selbst und meine Kolleg/innen hartnäckig Lageristen oder Kommissionierer genannt.


    Aber zurück zum Herrn Bezos: Aus gewerkschaftlicher und steuerrechtlicher Sicht kann man ihm sicher einiges vorwerfen, aber ich möchte ein paar Punkte zu seiner Verteidigung vorbringen: So verfügt seine Firma über ein hervorragendes Gesundheitsmanagement, in dem den einfach strukturierten Gemütern der unteren Hierarchieebene fürsorglich auch Selbstverständlichkeiten wie Körperhygiene und unfallfreies Treppenlaufen erläutert werden. Hände waschen! oder Handlauf benutzen! heisst es auf Schildern, wobei der Tatsache Rechnung getragen wird, dass in diesen Rängen viele Mitarbeiter mit Höflichkeitsfloskeln, Konjunktiv oder mehr als 2 Wörtern bestehenden Sätzen überfordert scheinen.


    Was man Herrn Bezos ebenfalls nicht vorwerfen kann: Dass er Leistung nicht honorieren würde. So darf sich der schnellste Picker mit den meisten Picks in einer Stunde mit dem gelben Trikot des "Power Hour Champions" schmücken. Wenn das keine Motivation ist…


    Sorry, das musste ich einfach mal loswerden.

    Guten Pick!

    Hallo Rabauke,


    vielen Dank für die Sympathieerklärung, das beruht auf Gegenseitigkeit. :*


    Aber ich möchte noch zu bedenken geben, dass der BR weder seine eigenen Interessen vertritt, noch die des AG, sondern die der Belegschaft. Und ich als AN würde es überhaupt nicht mögen, wenn ich außerhalb der regulären Arbeitszeit einfach zur Arbeit eingeteilt werde, ohne mich zu fragen. Vielleicht wissen ja die BRM mit dem Wochenende nichts anzufangen, aber wenn ich gerade die Erbtante eingeladen habe? ;)


    Die Firma zieht zum Jahresende um. Wie lange wissen die das schon und hatten Zeit, den BR vernünftig anzuhören? Wenn noch 4 Monate Zeit ist, warum muß die Inventur ausgerechnet am nächsten Wochenende übers Knie gebrochen werden? Ist es ein Zufall, dass gerade zu diesem Zeitpunkt der BRV in Urlaub ist?


    Matthias kennt die betrieblichen Gegebenheiten natürlich besser und auch die Stimmung der MA. Bei 75 Leuten lässt sich m.E. gut verargumentieren, dass der BR hier auch mal Kante zeigen muß und im Bezug auf die Zukunft mit einem zaghaften BR niemandem gedient ist und der AG eben die korrekte Anhörung noch lernen muß. Und auch im Gremium würde ich fragen, wie der BR in Zukunft ernst genommen werden soll, wenn er so mit sich Schlitten fahren lässt...


    Daher würde ich erstmal (vorausgesetzt der sBRV ist anwesend, oder es existiert eine Stellvertreterregelung) den AG zum Stopp auffordern und notfalls per einstweiliger Verfügung durchsetzen (die Erfolgsaussichten sehe ich bei 99,99%). Dann könnte der Beschluss immer noch so aussehen: Für die Inventur am 2. Wochenende im September geben wir grünes Licht, wenn alle tariflichen Zuschläge gezahlt werden, ein paar große Bleche Pizza bereit stehen und die Teilnahme auf Freiwilligkeit beruht, ohne dass nachgekobert wird. Ob du sonntags arbeiten lassen darfst, kläre bitte mit der Gewerbeaufsicht ab.


    Matthias, wenn ihr die vorgeschriebene Zahl an BRM unterschritten habt, müsst ihr unverzüglich Neuwahlen einleiten. Bis zur Konstitution des neuen BR hat der Rest-BR aber noch volle Rechte und Befugnisse. Vielleicht weiß der AG das ja nicht und will deshalb die Sache im Schweinsgalopp durchreiten...;)

    Der BR hat seine Mitbestimmungsrechte nicht einzufordern, sondern der AG hat ihn rechtzeitig und umfassend zu unterrichten. Dem Eingangsposting entnehme ich, dass der BR vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Das geht gar nicht und das sollte man den AG auch spüren lassen. Ich würde sofort durch den Anwalt eine einstweilige Verfügung bzgl. des kokreten Falls einreichen lassen und auf rechtzeitige, umfassende Unterrichtung für die Zukunft klagen.


    Dazu ist es schnurzegal, ob der BR mehrheitlich zustimmt oder zumindest eine Freiwilligkeitsklausel geltend macht. Er hat ein erzwingbares Mitbestimmungrecht und basta. Wenn der AG einmal den Eindruck hat, dass sich der BR am Nasenring durch die Manege ziehen lässt, wird er in Zukunft nicht mehr für voll genommen.

    Ein mir bekannter AG hasst Mitbestimmungsrechte wie der Teufel das Weihwasser.

    Eine BV über Krankmeldungen wurde ihm jedoch vom BR aufgenötigt, die er auch kurz vor Anrufung der E-Stelle unterschrieben hat...was wohl ein Indiz sein könnte, dass sogar sein eigener Anwalt ein Mitbestimmungsrecht sieht.;)


    Krankmeldungen müssen nach dieser BV ab 3 Krankheitstagen attestiert werden und ab dem 4. Tag vorliegen. Bei einzelnen MA kann die Krankmeldung ab dem 1. Tag verlangt werden, jedoch muß der BR in Kenntnis gesetzt werden und die Maßnahme ist auf 1 Jahr befristet.


    In der Praxis sind diese Einzelmaßnahmen meines Wissens nach noch nicht verlangt worden und die 2 Tage ohne Attestpflicht haben gegen alle Befürchtungen des AG weder zu höherem Krankenstand, noch dem Ruin des Betriebes geführt.

    auch off-topic


    Auch wenn jetzt einige Schnappatmung kriegen: Hier ist ein Artikel, der mir aus der Seele spricht:


    Es ist nicht nötig, dem Volk den Sommerurlaub zu verbieten


    Was das Risiko betrifft: Es ist auch riskant, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Die Zahl der Verkehrstoten liegt deutlich über der Zahl eindeutiger Corona-Opfer. Würdet ihr auch befürworten, keine LFZ zu bekommen, wenn ihr um Krankenhaus liegt, weil euch jemand ins Auto gebrettert ist? Obwohl ihr auch mit ÖPNV/Fahrrad/zu Fuß zur Arbeit könntet?


    Und nein Paragraphenreiter: Ich halte es zu Hause durchaus aus. Wäre ich ein Urlauber, dessen Aktionsradius sich 1 km um Pool und Strandbar erstreckt, würde ich schon aus wirtschaftlichen Gründen überlegen, ob ich mit einem Jahresabo im Freibad nicht billiger davonkomme. Ich bin jedoch hauptsächlich an Kulturen und Landschaften interessiert und weiß, dass ich noch maximal 20 Jahre Zeit habe und dann immer noch längst nicht alles gesehen habe, was ich gern mit eigenen Augen sehen möchte, selbst wenn ich mein gesamtes Rentenalter auf Achse bin. Und wo ich willkommen bin, komme ich gerne. Genau dafür arbeite ich schließlich.


    Ich sage immer, ob du dein Leben verpfuscht hast, weisst du erst, wenn in deinen letzten Lebensmomenten der Film deines Lebens vor deinen Augen abläuft und du auf das Drehbuch schimpfst... und das würde ich sicher, wenn meine Welt am Ortsschild oder der deutschen Grenze endet.

    wir haben keine Lohnarbeit, darf ich nun kein Betriebsrat mehr sein, weil im Betrieb nach Lohn gearbeitet werden muss, oder habe ich das falsch verstanden?

    Lohnarbeit bezeichnet abhängige menschliche Arbeit gegen Geld (Lohn, d. h. Arbeitsentgelt). Diese Erwerbsarbeit lässt sich abgrenzen von anderen Formen der Arbeit wie Subsistenzarbeit, Haus- und Familienarbeit, ehrenamtlicher Arbeit und Sklavenarbeit. (Wikipedia)

    Falsch verstanden war wohl eine Schutzbehauptung. Und jetzt geh wieder an die Arbeit, Faulpelz!

    Ich finde, das sollten wir unbedingt machen! BR ist ja ein ausschließlich bierernstes Thema, in dem Witzel-, Frotzel- und andere Menscheleien nichts verloren haben! Im Betrieb wird ja schließlich auch ausschließlich Lohnarbeit erbracht und dazu notwendige Fachgespräche geführt, aber nicht geschwätzt.

    Und wenn ein Beitrag aus einem Antwortteil auf die erstellte Frage besteht (Teil 1) und im Nebensatz noch einen kleinen Seitenhieb gegen den Fragesteller enthält (Teil 2) wird Teil 2 in das Forum "fragmentarische Belanglosigkeiten aus diversen Threads" verschoben.

    Besteht eine Antwort nur aus: "Ich stimme meinem Vorschreiber zu" wird der Beitrag in das Forum "das ist nun wirklich überflüssig" verschoben und die entsprechenden Punkte als Minuspunkte vom Status abgezogen. Und selbstverständlich wird im entsprechenden Forum dann ausführlich diskutiert, ob das verschieben berechtigt war und im Zweifelsfall eine Umfrage gemacht. Umfragen sind so basisdemokratisch, das sollte man schon allein deshalb machen.

    Außerdem möchte ich noch dringend das Forum "Kaisers Bart" [TM] anregen, da sich auffallend viele Diskussionen in letzter Zeit mit diesem Thema befassen.

    (außerdem hat Phil mir neulich meine Trollwiese gesperrt, dafür will ihn mal so richtig schuften lassen :P)


    wer Spuren von Ironie entdeckt, sollte diesen Beitrag melden ;)

    Ich sehe die Sache genauso wie meine Vorschreiber. Evtl. weiß die GL aber gar nicht, dass eine Abteilungsleiterin die Deutungshoheit über die BV an sich gerissen hat. Ich würde folgende Fragen an die GL richten:


    1. Ob die Abteilungsleiterin befugt ist, Personalentscheidungen zu treffen

    2. Ob ihr künftige BVen gleich mit der Abteilungsleiterin verhandeln sollt...