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Anstoß, Neues zu denken

Frank Ihlenburg zu Corporate Social Responsibility

Frank Ihlenburg steht im großen Saal des Congresszentrums Würzburg. Auf der Fachtagung BRV spricht er über Innere Haltung, Bewusstsein für das Selbst und einen Marathonlauf: Fünf Fragen zu Corporate Social Responsibility und dem Engagement des Betriebsrats.

Frank Ihlenburg

Changeberater und Projektcoach

Stand:  13.10.2015
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Anstoß, neues zu denken | © AdobeStock | Damir Khabirov

© AdobeStock | Damir Khabirov

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility, kurz CSR, wird häufig mit „Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung" übersetzt. Gemeint ist damit die gesellschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen, wie etwa Arbeitsplatzsicherung, Mitarbeiterförderung, Umweltthemen und gesellschaftliches Engagement.

„Überlegt euch gut, ob ihr als Betriebsratsvorsitzende das Thema Corporate Social Responsibility machen wollt.“ Ist so eine Aussage nicht eher irritierend für die Betriebsratsvorsitzenden?

Ja vielleicht, aber mein erstes Ziel ist, bei den Einzelnen Nachdenklichkeit auszulösen. Dinge mit Bewusstsein, Intelligenz und Gefühl zu machen, achtsam mit sich selbst zu sein. Der Betriebsrat hat heute so viele Themen, um die er sich kümmert. Themen wie Change Management oder auch Corporate Social Responsibility, kurz CSR, benötigen eine große, langfristige Aufmerksamkeit und viel Engagement. Das macht man nicht ein bisschen nebenbei. Darüber muss man sich bewusst sein.

Kümmert sich der Betriebsrat nicht eh schon um Themen, die nur bisher nicht das Label „CSR“ hatten?

Ja, das sicherlich. CSR ist ein Oberbegriff für Themen wie Arbeitsplatzsicherung, Mitarbeiterförderung, Umweltthemen und gesellschaftliches Engagement; eine Leitidee, um diese einzelnen Dinge systemisch zu koordinieren. Die Einzelmaßnahmen werden wie in einem Getriebe zusammengesetzt und idealerweise sind sie dann verankert im Unternehmen oder im Netzwerk mit anderen Unternehmen. Dann können die einzelnen Themen sogar gesellschaftspolitisch wirksam werden.

Gibt es eine Branche, die auf jeden Fall in dem Thema CSR fit sein müsste?

Ich würde sagen, das sind zunehmend Unternehmen des finanzwirtschaftlichen Sektors, weil dort viel Vertrauen verspielt wurde. Vielen ist bewusst geworden, dass es nicht um Egoismus und Narzissmus geht sondern um unser Gemeinwohl. Da kann CSR ein Weg sein. Und vielleicht täte es auch manchen Unternehmen der Energiewirtschaft und Automobilindustrie gut, sich noch mehr Gedanken um Werte und Gesellschaft zu machen.

Welches große Ziel steckt hinter der Idee CSR?

Viele haben einst das Buch „Global 2000“ gelesen. Viele Voraussagen sind heute eingetroffen. Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant: Wir erleben eine neue Form der industriellen Revolution. Wir verlagern Arbeit in Billiglohnländer unter Bedingungen, wie sie hier vor über hundert Jahren geherrscht haben. Das klingt vielleicht pathetisch, aber wir sollten das Wohl aller auf diesem Planeten im Sinn haben. Wir leben alle auf diesem Planeten und sollten ihn nicht aus Profitgier zerstören. CSR ist der heutige Begriff, der anregen kann, Neues zu denken. Wir alle, Gesellschaft und Unternehmen, sind für unser Wohl verantwortlich und können in diesem Sinn handeln.

Das bringt uns zu der Eingangsfrage zurück. Was sollte der BRV jetzt machen?

Er sollte zunächst gut überlegen, welche Beiträge er leisten kann und leisten will, ohne sich selbst kaputt zu machen. Aufopfern ist nicht die Lösung. CSR ist wie ein Marathonlauf: man muss genau überlegen, wie weit man laufen kann, die eigene Energie gut über die Kilometer einteilen. Dann hat er viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Der BRV kann zwischen Mitarbeiter und Management vermitteln, sich für die Vernetzung der Ideen einsetzen, auch den Austausch mit anderen Unternehmen fördern. CSR muss als Kultur im Unternehmen verankert werden. Somit könnte dem Betriebsratsvorsitzenden vielleicht eine Art Pontifex Rolle, die Rolle des Brückenbauers, zufallen.

Das Interview führte Susanne Beckmann.

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