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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Hinschauen und handeln!

Hollywood-Schauspieler haben eine Lawine losgetreten. Denn immer mehr – Frauen wie Männer – trauen sich, offen darüber zu sprechen, dass sie sexuell belästigt wurden. Es ist ein Thema, dass uns alle angeht. Denn sexuelle Belästigung findet nicht nur in Hollywood statt, sondern auch an unseren Arbeitsplätzen. Was können Betroffene, Betriebsräte und Arbeitgeber tun? Hinschauen und handeln, lautet die Devise.

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Redaktion

Stand:  29.11.2017
Lesezeit:  02:00 min
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#MeToo: Der Beginn des Umdenkens

Lange wurde es totgeschwiegen. Warum findet das Thema sexuelle Belästigung plötzlich so viel Öffentlichkeit?

Begonnen hat die Debatte mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegen den amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein. Damit kam eine Lawine ins Rollen, inzwischen reißen die Enthüllungen aus Hollywood über sexuellen Missbrauch in der Filmindustrie nicht ab.

Das Internet hat die Debatte dann unter dem Hashtag #MeToo weltweit angefacht. Es ist Zeit, dass sich das bis ins letzte Unternehmen rumspricht: Sexueller Belästigung muss entschieden entgegengetreten werden!

„Stell Dich nicht so an"!??

Statt „Stell Dich nicht so an" lautet die Devise: „Stopp, das ist ein Übergriff!" Denn auch schon flotte Sprüche, zotige Kommentare und schmutzige Witze sind zu viel. Natürlich empfindet jede(r) eine andere Belästigungsgrenze, aber sobald sexuelle Anspielungen im Raum sind, muss Schluss sein. Der tägliche Sexismus belastet viele Menschen im Berufsalltag. Das ist kein Kavaliersdelikt! Und auf die Frage „Muss ich mir das gefallen lassen?" gibt es eine eindeutige Antwort: Nein!

Der tägliche Sexismus belastet viele Menschen im Berufsalltag. Sexuelle Belastigung ist kein Kavaliersdelikt!

Schutz ist Arbeitgeberpflicht

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Arbeitnehmer aktiv vor Belästigung zu schützen. So sieht es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vor. Das Gesetz beschreibt sexuelle Belästigung als unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, das die Würde der betroffenen Person verletzt. Arbeitnehmer haben das Recht auf ein sicheres Arbeitsumfeld.

Zu den Rechten von Betroffenen nach dem AGG gehören:

  • Beschwerderecht (§ 13 AGG)
  • Leistungsverweigerungsrecht (§ 14 AGG)
  • Anspruch auf Entschädigung und Schadensersatz (§ 15 AGG)

Rolle des Betriebsrats

Der Betriebsrat hat gemäß § 17 AGG die Aufgabe, die Beschäftigten vor Benachteiligung zu schützen. Außerdem muss er sicherstellen, dass Arbeitgeber ihre Schutzpflichten ernst nehmen. Bleibt der Arbeitgeber untätig oder nimmt er Beschwerden nicht an („War doch bloß Spaß") kommt § 17 Absatz 2 AGG zum Zug. Um den Arbeitgeber zu seiner sozialen Verantwortung zu zwingen, hilft ein Antrag beim Arbeitsgericht mit dem Ziel, dass der Arbeitgeber seiner Pflicht nachkommt.

Tritt ein Fall von sexueller Belästigung auf, ist es Pflicht des Betriebsrats, sich für die oder den Betroffenen einzusetzen. Unter Umständen kann der Betriebsrat vom Arbeitgeber sogar konkrete Sanktionen verlangen.

Bei Meinungsverschiedenheiten mit dem Arbeitgeber über die Berechtigung einer Beschwerde hilft schlussendlich die Anrufung der Einigungsstelle.

Prävention und Aufklärung

Jeder Arbeitgeber sollte deutlich machen, dass es beim Thema sexuelle Belästigung im Unternehmen null Toleranz gibt. Hierzu können beispielsweise Lösungen im Leitbild verankert werden.

Der Betriebsrat kann zudem zur Prävention beitragen, indem er Informationen am Schwarzen Brett aushängt.

Kontakt zur Redaktion

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redaktion-dbr@ifb.de

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