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Balanced Scorecard (BSC)

Begriff

Unter der Balanced Scorecard (BSC) versteht man grundsätzlich ein Kennzahlensystem. Es wird häufig aber auch als Managementansatz interpretiert, der in der Regel starke Ähnlichkeit mit dem Stakeholder-Ansatz hat. Die Balanced Scorecard ist in den 1990er-Jahren in Harvard entstanden. Sie hat in ihrer Grundform vier Perspektiven: Finanzen, Kunden, Prozesse und Lernen (in der Praxis werden diese Perspektiven häufig unternehmensadäquat erweitert und/oder angepasst). Jede dieser Perspektiven wird mit Kennzahlen (bspw. Rentabilitäts-Kennzahlen bei der Finanzperspektive) hinterlegt und es werden Zielwerte definiert.

Erläuterungen

Durch die unterschiedlichen Perspektiven ermöglicht die Balanced Scorecard einen ganzheitlichen und nachhaltigen Führungsansatz zu steuern, denn die Perspektiven gelten als gleichberechtigt, so sollten idealerweise die Kennzahlen jeder Perspektive die Zielwerte in gleichem Maße erreichen (gleicher Zielerreichungsgrad). Gelingt das nicht, ist deutlich erkennbar, wo Handlungsbedarf besteht. Im Zentrum der Perspektiven stehen die Unternehmensziele, die natürlich erreicht werden sollen – somit ist auch klar, dass die Unternehmensziele nicht im Widerspruch mit den definierten Kennzahlenwerten stehen dürfen.

Tipp für den Wirtschaftsausschuss

Wenn es um das Thema Balanced Scorecard, besonders um deren Einführung geht, sollte vom Wirtschaftsausschuss hinterfragt werden, ob tatsächlich ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird, also auch die Mitarbeiterbelange (in der Grundform die Perspektive „Lernen“) berücksichtigt werden.  Denn in seltenen Fällen soll der Begriff der Balanced Scorecard schon als Deckmäntelchen für rein gewinnorientierte Führungsansätze verwendet worden sein und so eine großdimensionierte Kennzahlerhebung unter ganzheitlichen Vorsätzen argumentiert worden sein. Am besten lässt sich das überprüfen, indem man alle in der Balanced Scorecard verwendeten Kennzahlen überprüft.

Torsten Sorg

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