Rechtsprechung – diese Urteile sollten Sie als Betriebsrat und Schwerbehindertenvertreter kennen

Woche für Woche gibt es wichtige Rechtsprechung für Sie als Betriebsrat und Interessenvertreter. Bleiben Sie auf dem Laufenden und lesen Sie gleich hier die neuesten Entscheidungen nach. Praxisnah für Sie erläutert – so behalten Sie den Blick auf das Wesentliche.

Rechtsprechung für Betriebsräte | © AdobeStock | Gina Sanders

Neueste Gerichtsurteile und Rechtsprechungen im ifb Archiv

Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 29.04.2026, 4 Sa 54/25

Position in „jungem Team“ als Altersdiskriminierung?

Bereits die Formulierung einer Stellenanzeige kann den Verdacht begründen, dass ältere Bewerber geringere Chancen haben. Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg hat sich nun mit der Frage beschäftigt, was der Hinweis auf ein „junges Team“ bedeutet und wann Betroffenen eine Entschädigung nach dem AGG zusteht.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10. September 2026, 8 AZR 153/25

Diskriminierung im Bewerbungsprozess: Grenzenlose Entschädigung?

Ein entstandener Entschädigungsanspruch wegen Diskriminierung führt nicht dazu, dass auch für die Zukunft entgangene „Gewinne“ bzw. niedrigere Gehälter des abgelehnten Bewerbers ausgeglichen werden müssen.
Sozialgericht Darmstadt, Entscheidung vom 24.07.2026, S 25 KR 390/24 u.a.

Gibt es für den Mutterschutzlohn einer stillenden Mutter eine zeitliche Grenze?

Es geht um den Mutterschutzlohn für eine stillende Flugbegleiterin im Beschäftigungsverbot. Nach dem zweiten Geburtstag des Kindes hatte die Krankenkasse die Erstattung des Lohns eingestellt. Zu Recht? Die Fluggesellschaft zog vor Gericht, um die Frage zu klären, ob der Anspruch zeitlich gedeckelt ist. 
Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 30.06.2026, 2 SLa 14/26

Darf der Arbeitgeber bestimmen, wie ein krankes Kind betreut wird?

Kind krank, deshalb blieb ein Oberarzt zu Hause. Der Arbeitgeber vermutete jedoch, dass er die freien Tage für einen Umzug genutzt hatte, und kündigte ihm. Zu Recht? Darüber hatte das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern zu entscheiden.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07.05.2026, 2 AZR 191/25

Kein Sonderkündigungsschutz für Initiatoren von Personalratswahlen

Initiatoren von Personalratswahlen genießen nicht den besonderen Kündigungsschutz nach § 15 Abs. 3b des Kündigungsschutzgesetzes.
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 15.04.2026, 7 ABR 32/24

Prüfung der Briefwahlunterlagen und öffentliche Stimmenauszählung sind zwei unterschiedliche Vorgänge!

Allerdings liegt nicht automatisch ein Anfechtungsgrund vor, wenn Zeit und Ort der Prüfung der Briefwahlunterlagen nicht explizit bekanntgemacht worden sind. Dies stellte das Bundesarbeitsgericht klar und wies den Beschluss der Vorinstanz zur erneuten Prüfung zurück an das Landesarbeitsgericht.

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