Rechtsprechung – diese Urteile sollten Sie als Betriebsrat und Schwerbehindertenvertreter kennen

Woche für Woche gibt es wichtige Rechtsprechung für Sie als Betriebsrat und Interessenvertreter. Bleiben Sie auf dem Laufenden und lesen Sie gleich hier die neuesten Entscheidungen nach. Praxisnah für Sie erläutert – so behalten Sie den Blick auf das Wesentliche.

Rechtsprechung für Betriebsräte | © AdobeStock | Gina Sanders

Neueste Gerichtsurteile und Rechtsprechungen im ifb Archiv

Landesarbeitsgericht Hessen, Urteil vom 06.11.2025, 3 SLa 59/25

AGG: Kein Verstoß bei verlorener Einladung

Kein Anspruch auf AGG-Entschädigung bei nicht nachgewiesenem Zugang einer Gesprächseinladung per Mail an den schwerbehinderten Bewerber. Es reicht aus, wenn der Arbeitgeber die Versendung der E Mail beweisen kann.
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Beschluss vom 25.09.2025, 5 TaBV 6/25

Büropersonal für den Betriebsrat: Auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar

Trotz moderner IT und Künstlicher Intelligenz haben Betriebsräte weiter einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf personelle Unterstützung im BR-Büro. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein befasste sich unter anderem mit der Frage, inwiefern moderne Technik eine Assistenz im Betriebsrat ersetzen kann und welche Aufgaben übertragen werden dürfen.
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 25.11.2025, 1 ABR 43/24

Beteiligung des Betriebsrats bei unterbliebener Umgruppierung nach Tarifänderung

Arbeitgeber und Betriebsrat führten einen Streit darüber, ob der Betriebsrat auch dann nach § 99 BetrVG an neuen Eingruppierungen (Umgruppierungen) zu beteiligen ist, wenn der Arbeitgeber diese nach Änderung einer Vergütungsordnung gar nicht vornimmt.
Landesarbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 10.11.2025, 4 Sa 14/22

Üble Nachrede: Kündigung droht auch ohne Abmahnung

Unwahre und ehrverletzende Vorwürfe gegen Vorgesetzte können den Job kosten – auch ohne Abmahnung. Wer bewusst falsche Tatsachen behauptet, verletzt seine Pflichten gravierend. Besonders kritisch wird es, wenn der Eindruck erweckt wird, mehrere Beschäftigte stünden hinter den Vorwürfen. Das Landesarbeitsgericht Hamburg hatte zu entscheiden. 
Landesarbeitsgericht Thüringen, Entscheidung vom 2.3.2026, 4 Ta 15/26

Maximal zwei Wochen Urlaub am Stück?

Dürfen Arbeitgeber den Urlaub ihrer Beschäftigten auf zwei zusammenhängende Wochen beschränken? Und reicht hierfür die pauschale Begründung „personeller Engpässe“? Der Fall landete vor dem Landesarbeitsgericht Thüringen. 
Arbeitsgericht Reutlingen, Urteil vom 28.11.2025, 3 Ca 140/25 

Entschädigungsanspruch eines abgelehnten schwerbehinderten Bewerbers

Dieses Urteil zeigt, wie entscheidend eine klare Kommunikation im Bewerbungsverfahren ist: Wer seine Schwerbehinderung in einer Bewerbung nicht offensichtlich genug erwähnt, hat bei einer Absage keinen Anspruch auf eine Entschädigung.

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