Branchenvergleich
Kurz erklärt
Der Branchenvergleich bezieht sich auf den Vergleich von Unternehmen oder Wirtschaftszweigen innerhalb derselben Branche. Dabei werden verschiedene Aspekte wie Umsatz, Gewinn, Marktposition, Produktivität, Arbeitsbedingungen oder Wettbewerbsfähigkeit analysiert und miteinander verglichen. Der Branchenvergleich ermöglicht es, Stärken und Schwächen eines Unternehmens oder einer Branche zu identifizieren und Benchmarks zu setzen, um Leistung und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
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Begriff
Mit Hilfe eines Branchenvergleichs – also der Frage „Wie steht das eigene Unternehmen im Verhältnis zu anderen Unternehmen in der Branche da?“ – lassen sich oft Ansatzpunkte für Verbesserungen im Unternehmen finden. Ein Branchenvergleich muss aber überlegt angegangen werden, denn zu oft werden „Äpfel mit Birnen“ verglichen.
Erläuterung
Bei einem Branchenvergleich werden in der Regel Kennzahlen des eigenen Unternehmens mit den Durchschnittskennzahlen der eigenen Branchen verglichen.
Branchenvergleiche erstrecken sich häufig auf die Bereiche Kosten und Erlöse sowie auf Bilanzkennzahlen und die Rentabilität. Beispiele hierfür wären:
- Kostenbereich: Anteil auf den Umsatz bezogen von Personalkosten, Materialverbrauch oder der Abschreibungen
- Erlösbereich: Umsatzzahlen, Kundenstruktur oder durchschnittliche Umsätze pro Kunde
- Bilanzkennzahlen: Eigenkapitalquote, Liquiditätsgrad oder Anlagevermögensquote
- Rentabilität: Umsatzrendite, Eigen- oder Gesamtkapitalrendite
Quellen für Branchenvergleiche sind hauptsächlich die Branchenverbände, Banken aber auch statistischen Ämter, private Marktforschungsinstitute oder Universitäten.
Die mit einem Branchenvergleich beabsichtigten Aufgaben:
- Lernfunktion: Welche Schwachstellen lassen sich erkennen und wie können wir diese beheben?
- Motivationsfunktion: Wir befinden uns ständig im Wettbewerb. Wo können wir überzeugender und besser werden?
- Bewertungsfunktion: Vor allem Externe (Banken oder Investoren) stellen Vergleiche an, um Stärken oder Schwächen ablesen zu können.
Branchenvergleiche sind jedoch vorsichtig zu nutzen und folgende Fragen sollte man sich dabei stellen:
- Ist das eigene Unternehmen tatsächlich mit dem breiten Durchschnitt vergleichbar oder wird dadurch die Aussage verfälscht?
- Sind diese genutzten Zahlen tatsächlich belastbar und haben eine ausreichend breite Zahlenbasis (Werte von Unternehmen)?
- Lassen sich die Ergebnisse wirklich eindeutig auslegen oder gibt es viele Auslegungsmöglichkeiten?
Eine Fortführung und Erweiterung des Branchenvergleichs stellt das „Benchmarking“ dar.
Tipp für den Wirtschaftsausschuss
Fragen für die Wirtschaftsausschusssitzung:
- Wie stehen wir im Branchenvergleich da?
- Welche Vergleichszahlen nutzen wir: Den Durchschnitt der Gesamtbranche? Oder sollten wir uns lieber mit nur einem Ausschnitt aus der Branche vergleichen, der uns besser entspricht?
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