Eigenkapitalquote
Kurz erklärt
Die Eigenkapitalquote ist eine finanzielle Kennzahl, die das Verhältnis des Eigenkapitals eines Unternehmens zu seinen Gesamtkapital zeigt. Sie wird in Prozent ausgedrückt und dient dazu, die finanzielle Stabilität und Solvenz eines Unternehmens zu bewerten. Eine höhere Eigenkapitalquote deutet in der Regel auf eine robuste finanzielle Position hin, während eine niedrigere Quote auf eine größere Abhängigkeit von Fremdkapital hinweisen kann.
Kostenlose ifb-Newsletter
Abonnieren Sie unsere Newsletter
Kostenlose ifb-Newsletter
Abonnieren Sie unsere Newsletter
Begriff
Die Eigenkapitalquote gibt an, wie viel Prozent der gesamten Unternehmensfinanzierung aus Eigenkapital stammt.
Formel:
| Eigenkapitalquote (%) | = | Eigenkapital x 100 Gesamtkapital |
Erläuterung
Jedes Unternehmen muss sein Vermögen über Eigenkapital und gegebenenfalls Fremdkapital finanzieren. Eine Finanzierung über Eigenkapital hat verschiedene Vorteile:
- Eigenkapital steht sehr langfristig zur Verfügung. Betriebsnotwendiges Anlagevermögen lässt sich damit krisensicher finanzieren.
- Unternehmen mit viel Eigenkapital bekommen bessere Fremdkapitalkonditionen.
- Ein hohes Eigenkapital dient dem Schutz vor Überschuldung (Insolvenz).
- Wer sein Unternehmen eigen finanziert, ist unabhängiger bei seinen Entscheidungen
- Fremdkapitalzinsen müssen auch in Krisenzeiten bezahlt werden. Die Gesellschafter hingegen bekommen nur dann eine Gewinnausschüttung, wenn tatsächlich Jahresüberschüsse erwirtschaftet werden.
Tipp für den Wirtschaftsausschuss
Die meisten Unternehmen am Standort Deutschland haben Eigenkapitalquoten zwischen 20% bis 40%. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto stabiler ist das Unternehmen finanziert.
Ist das Unternehmen Teil eines Konzerns, kann die Kennzahl ihre Aussagekraft teilweise verlieren. Besteht zwischen dem Tochterunternehmen und dem Muttergesellschaft ein Gewinnabführungsvertrag, so muss jeder Jahresüberschuss der Tochter an die Mutter ausgeschüttet werden. Das Tochterunternehmen kann im Zeitablauf kein Eigenkapital aufbauen. Die Eigenkapitalquote bleibt sehr gering. Dennoch besteht keine Gefahr der Überschuldung in Krisenzeiten, denn ein Gewinnabführungsvertrag ist immer verknüpft mit einer Verlustübernahmeverpflichtung durch die Muttergesellschaft.
Typische Ursachen für eine niedrige Eigenkapitalquote sind:
- Geringe Eigenkapitalausstattung bei Gründung des Unternehmens.
- Erwirtschafte Jahresüberschüsse wurden stets ausgeschüttet.
- Jahresfehlbeträge haben die Summe des Eigenkapitals reduziert.
- Es existiert ein Gewinnabführungsvertrag an ein anderes Unternehmen.
Rechtsquelle
Die Eigenkapitalquote ist eine Kennzahl und damit ein Werkzeug zur Bilanzanalyse. Der Aufbau der Kennzahl ist in keinem Gesetz beschrieben.
Kostenlose ifb-Newsletter
Abonnieren Sie unsere Newsletter
Kostenlose ifb-Newsletter