Liebe Nutzer,

für ein optimales und schnelleres Benutzererlebnis wird als Alternative zum von Ihnen verwendeten Internet Explorer der Browser Microsoft Edge empfohlen. Microsoft stellt den Support für den Internet Explorer aus Sicherheitsgründen zum 15. Juni 2022 ein. Für weitere Informationen können Sie sich auf der Seite von -> Microsoft informieren.

Liebe Grüße,
Ihr ifb-Team

Lexikon
Firmenwert

Firmenwert

Silvia Kühlem
Stand:  16.8.2023
Lesezeit:  01:45 min

Kurz erklärt

Der Firmenwert, auch als Geschäftswert bezeichnet, ist ein immaterieller Vermögenswert, der in der Bilanz eines Unternehmens auf der Aktivseite erscheint. Dieser Vermögenswert wird erfasst, wenn er durch eine entgeltliche Transaktion erworben wurde, was bedeutet, dass sein Ansatz in der Bilanz zwingend vorgeschrieben ist. Der Firmenwert repräsentiert den monetären Wert der immateriellen Vermögenswerte eines Unternehmens, die oft schwer zu quantifizieren sind und die langfristige Rentabilität des Unternehmens widerspiegeln können.

Kostenlose ifb-Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren Newslettern für Betriebsräte, SBV und JAV.
Jetzt abonnieren

Begriff

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist ein immaterieller Vermögensgegenstand im Anlagevermögen auf der Aktivseite (Aktiva) der Bilanz. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde entgeltlich erworben, weshalb der Ansatz in der Bilanz verpflichtend ist.

Erläuterung

Wenn ein Unternehmen von einem anderen Unternehmen gekauft wird, kann beim Erwerber (Käufer) ein Geschäfts- oder Firmenwert in der Bilanz entstehen. Nach § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB ist das dann der Fall, wenn der Kaufpreis höher ist als die übernommenen Vermögensgegenstände abzüglich der übernommenen Schulden des gekauften Unternehmens. Das ist dann der Fall, wenn immaterielle Werte (z. B. Know-How, Kundenstamm und Geschäftsbeziehungen etc.) durch den Kauf übernommen werden, die beim Verkäufer nicht bilanziert sind.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich über seine voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauer ist frei wählbar, muss jedoch im Anhang erläutert werden, wenn sie länger als fünf Jahre angenommen wird (§ 285 Nr. 13 HGB).

Tipp für den Wirtschaftsausschuss

Die Höhe der Abschreibung ist nicht nur von der Höhe des Geschäfts- oder Firmenwertes abhängig, sondern auch von seiner Nutzungsdauer. Je länger die angenommene Nutzungsdauer, desto geringer ist der Abschreibung, die den Jahresüberschuss belastet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert signalisiert einen eine Firmenübernahme durch asset deal. Die Vermögensgegenstände und Schulden können ausgesucht werden, die man kaufen möchte (sofern man sich mit dem Verkäufer einig wird). Davon zu unterscheiden ist eine Übernahme einer Firma durch share deal. Hier werden Anteile einer Firma im Ganzen (z. B. GmbH-Anteile) übernommen, die als Beteiligung zu bilanzieren sind.

Rechtsquellen

Der Bilanzansatz erfolgt lt. § 246 Abs. 1 Satz 4 Handelsgesetzbuch (HGB) und die Bewertung gemäß § 255 Abs. 1 HGB (und ggf. § 253 Abs. 5 Satz 2 HGB).

Seminare zum Thema:
Firmenwert
Schlagfertigkeit und Argumentationstechniken für den Wirtschaftsausschuss
Banken und Versicherungen
Wirtschaftsausschuss Teil I
Aktuelle Videos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Auch Unternehmensberater müssen sich vorstellen - § 106 Abs. 3 Nr. 4 BetrVG

Wenn einem plötzlich fremde Personen auf den Gängen begegnen und bei der Arbeit über die Schulter schauen, kann es daran liegen, dass man unter Verfolgungswahn leidet, oder aber dass Unternehmensberater im Hause sind. Im zweiten Fall ist die Lage also noch nicht hoffnungslos. Zumindest ...
Mehr erfahren

„Die Innovationskraft der deutschen Autoindustrie ist ungebrochen“

Wir dürfen unsere Autoindustrie nicht weiter kleinreden, meint der Ökonom Dr. Helmut Becker. Statt die Verbraucher noch mehr zu verunsichern und die Elektromobilität künstlich zu puschen, sollte endlich auf echte Alternativen gesetzt werden. Wir sprachen mit ihm über Krise und Zukunft ...
Mehr erfahren
48.500 Euro Entschädigung: Diese Summe wurde einem Schiedsrichter wegen Altersdiskriminierung zugesprochen, weil er aufgrund des Erreichens der Altersgrenze von 47 Jahren nicht mehr in die Schiedsrichterliste des Deutschen Fußballbundes (DFB) aufgenommen worden war. Für den Entschädigungsanspruch sei ausreichend, dass das Alter mitursächlich für die Beendigung der Schiedsrichterlaufbahn war, so das Landgericht Frankfurt am Main.