Liebe Nutzer,

für ein optimales und schnelleres Benutzererlebnis wird als Alternative zum von Ihnen verwendeten Internet Explorer der Browser Microsoft Edge empfohlen. Microsoft stellt den Support für den Internet Explorer aus Sicherheitsgründen zum 15. Juni 2022 ein. Für weitere Informationen können Sie sich auf der Seite von -> Microsoft informieren.

Liebe Grüße,
Ihr ifb-Team

Lexikon
Wirtschaftsprüferbericht

Wirtschaftsprüferbericht

Wolfgang Hobmaier
Stand:  22.8.2023
Lesezeit:  01:30 min

Kurz erklärt

Ein Wirtschaftsprüferbericht ist eine schriftliche Bewertung und Analyse der finanziellen Berichte, Geschäftsbücher und internen Kontrollsysteme eines Unternehmens durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Dieser Bericht enthält eine Einschätzung über die Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Konformität der Finanzinformationen mit den geltenden Rechnungslegungsnormen und Gesetzen. Der Wirtschaftsprüferbericht gibt wichtige Einblicke in die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens und unterstützt Stakeholder (Interessengruppen) bei der Bewertung der Integrität der finanziellen Informationen.

Kostenlose ifb-Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren Newslettern für Betriebsräte, SBV und JAV.
Jetzt abonnieren

Begriff

Ab einer bestimmten Größe müssen Kapitalgesellschaften und auch Personengesellschaften den Jahresabschluss durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen lassen.

Erläuterung

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung gibt der Wirtschaftsprüfer in seiner Funktion als Abschlussprüfer ein Urteil darüber ab, ob…

  • mit dem veröffentlichten Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des  Unternehmens unter Beachtung der gesetzlichen und sonstigen Vorschriften vermittelt wird.
  • im Lagebericht die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt sind. Fällt das Urteil des Abschlussprüfers positiv aus, das heißt Jahresabschluss und Lagebericht erfüllen die  genannten Anforderungen, dokumentiert er dies mit dem Bestätigungsvermerk, dem sogenannten Testat. Sollten Abschluss und Lagebericht die Anforderungen nur teilweise oder gar nicht erfüllen, erteilt der Abschlussprüfer einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk beziehungsweise einen Versagungsvermerk.
    Lediglich im Rahmen dieses Vermerks erfährt die Öffentlichkeit vom Ergebnis der Abschlussprüfung. Zweifelhafte Sachverhalte oder Probleme darf der Abschlussprüfer nicht öffentlich machen. Über die Durchführung und das Ergebnis seiner Prüfung fertigt der Abschlussprüfer einen Bericht an.

Typischerweise hat der Bericht folgenden Aufbau:

  • Prüfungsauftrag
  • Grundsätzliche Feststellungen
    • Lage des Unternehmens (Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter, entwicklungsbeeinträchtigende Tatsachen, Bestandsgefährdungen).
    • Unregelmäßigkeiten
  • Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung
  • Feststellungen und Erläuterungen zur Rechnungslegung
    • Buchführung und weitere geprüfte Unterlagen
    • Jahresabschluss (Ordnungsmäßigkeit, Gesamtaussage, Darstellung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage)
    • Lagebericht
  • Feststellungen zu Auswirkungen veränderter Bewertungsgrundlagen (einschließlich der Ausübung von Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechten) sowie sachverhaltsgestaltender Maßnahmen
  • Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem
  • Feststellungen aus Erweiterungen des Prüfungsauftrags
  • Bestätigungsvermerk

Tipp für Wirtschaftsausschuss

Nach Ansicht einschlägiger Kommentare zum Betriebsverfassungsrecht ist dieser sog. Wirtschaftsprüferbericht eine Unterlage, die dem Wirtschaftsausschuss vorzulegen ist.

Rechtsquellen

§ 316 HGB, § 321 HGB, PublG § 6

Seminare zum Thema:
Wirtschaftsprüferbericht
Wirtschaftsausschuss kompakt Teil II
Krisenbewältigung im Wirtschaftsausschuss
Wirtschaftsausschuss Teil III
Diese Lexikonbegriffe könnten Sie auch interessieren
Aktuelle Videos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Die erste Sitzung des Wirtschaftsausschusses – darüber sollten Sie sprechen!

In Ihrem Unternehmen wurde vom Betriebsrat ein Wirtschaftsausschuss gegründet. Jetzt findet die konstituierende Sitzung statt. Um ein leistungsstarkes Gremium zu werden, müssen zu Beginn viele Dinge geregelt werden. Wir geben Ihnen wichtige Tipps für einen erfolgreichen Start in die Arb ...
Mehr erfahren

Digitalisierung in Deutschland: Neue Erkenntnisse aus der DIHK-Umfrage

Die Digitalisierung hatte in den letzten Jahren einen enormen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft. Es bleibt ein zentrales Thema für die Unternehmen - und damit auch für Sie als Betriebsrat. Doch wie steht es um die Digitalisierung? Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskamme ...
Mehr erfahren
48.500 Euro Entschädigung: Diese Summe wurde einem Schiedsrichter wegen Altersdiskriminierung zugesprochen, weil er aufgrund des Erreichens der Altersgrenze von 47 Jahren nicht mehr in die Schiedsrichterliste des Deutschen Fußballbundes (DFB) aufgenommen worden war. Für den Entschädigungsanspruch sei ausreichend, dass das Alter mitursächlich für die Beendigung der Schiedsrichterlaufbahn war, so das Landgericht Frankfurt am Main.