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Lexikon
Benchmarking

Benchmarking

Wolfram Lutz
Stand:  13.7.2023
Lesezeit:  02:00 min

Kurz erklärt

Benchmarking ist ein ständiger Prozess, mit dem ein Unternehmen nach Verbesserung sucht. Mit diesem Verfahren vergleicht es die eigenen Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Strategien, Strukturen, Aktivitäten oder Verhaltensweisen mit denen von anderen Unternehmen. Ziel ist, sich mit den jeweils besten Unternehmen zu vergleichen und sich so stetig zu optimieren.

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Begriff

Der Begriff und die Methode Benchmarking stammen aus dem amerikanischen Wirtschaftsraum und wurden in den 1980er Jahren entwickelt (engl. Benchmark = Maßstab).

Es geht um den zielgerichteten Vergleich von unterschiedlichen Aspekten der Unternehmensführung und -organisation entweder innerhalb großer Unternehmen oder mit fremden Unternehmen.

Erläuterung

Die Grundidee sich mit Andern zu vergleichen ist grundsätzlich nicht neu und wurde von jeher in Einzelfällen angewandt. Benchmarking als Managementmethode wurde jedoch erst zu Beginn der 1980er Jahre durch das US-Unternehmen XEROX angewendet und danach populär.

Das Besondere am Benchmarking: Es findet nicht (nur) der Vergleich zwischen Unternehmen insgesamt statt, sondern es werden einzelne Abläufe und Verfahren isoliert untersucht und verglichen. Und hierbei wird sich nicht auf die eigene Branche beschränkt, sondern es werden sich Anregungen branchenübergreifend gesucht. 

Themenfelder des Benchmarking können folgende sein (Deutsches Benchmarking Zentrum DBZ, Berlin):

  • Strategien
  • Organisationstrukturen
  • Leistungsfaktoren (Performance Indikatoren)
  • Prozesse
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Methoden, Instrumente und Systeme

Benchmarking wird in verschiedenen Phasen durchgeführt, die prinzipiell dem üblichen Managementkreislauf entsprechen (DBZ):

  1. Zielsetzung: Was genau wird beabsichtigt? Zu ungenaue Zielsetzungen führen oft zu falschen Rückschlüssen.
  2. Interne Analyse: Es werden Ursache-Wirkungszusammenhänge gesucht, die auch gemessen werden können und erst damit vergleichbar werden.
  3. Vergleich: Es wird der Vergleichspartner (interne Abteilung oder fremdes Unternehmen) festgelegt. Voraussetzung ist, dass die notwendigen Informationen für einen Vergleich zur Verfügung stehen.
  4. Maßnahmen: Nach dem Vergleich werden Maßnahmen zur Verbesserung entworfen, bewertet und ausgewählt.
  5. Umsetzung: Die ausgewählten Maßnahmen werden durchgeführt.  Zur Kontrolle werden nach Einführung und einer ausreichenden Praxisphase die entsprechenden Kennzahlen überprüft. Ist keine Verbesserung eingetreten startet der Prozess von vorne.   

Kritisch zu beurteilen ist ein Benchmarking, das nicht sorgfältig genug durchgeführt wird. Die Verbesserungen müssen zur eigenen Unternehmensstrategie passen, die eigenen und die fremden Zusammenhänge müssen sorgfältig analysiert und vollständig verstanden und durchdrungen werden. Sonst kopiert man fremde Lösungen, die nicht zum eigenen Unternehmen passen und dieses sogar schwächen können.

Tipp für den Wirtschaftsausschuss

Unternehmensleitungen argumentieren gerne mit Benchmarks, den sogenannten „Best Practices“ andere Unternehmen und setzen das eigene Management und die Mitarbeiter damit unter Druck.

Hier ist sorgfältig zu analysieren, ob die Vergleiche tatsächlich sinnvoll sind und der eigenen Unternehmenssituation angepasst wurden.

Fragen für die Wirtschaftsausschusssitzung:

  • Betreiben wir Benchmarking und wenn ja, nach welchen Kriterien und wie genau ist die Systematik aufgebaut?
  • Welche einzelnen Verbesserungen erhofft sich die Geschäftsführung und welche Erfahrungen wurden bisher mit Benchmarking im Unternehmen gemacht?
Seminare zum Thema:
Benchmarking
Banken und Versicherungen
Outsourcing, Ausgliederung, Offshoring
Internationale Rechnungslegung für den Wirtschaftsausschuss
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