Liebe Nutzer,

für ein optimales und schnelleres Benutzererlebnis wird als Alternative zum von Ihnen verwendeten Internet Explorer der Browser Microsoft Edge empfohlen. Microsoft stellt den Support für den Internet Explorer aus Sicherheitsgründen zum 15. Juni 2022 ein. Für weitere Informationen können Sie sich auf der Seite von -> Microsoft informieren.

Liebe Grüße,
Ihr ifb-Team

Lexikon
Krankengeld

Krankengeld

ifb-Logo
Redaktion
Stand:  7.9.2023
Lesezeit:  01:45 min

Kurz erklärt

In Deutschland bezeichnet Krankengeld eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Versicherten zusteht, wenn sie aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig sind. Wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen dauert, endet der Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, und die Krankenkasse übernimmt die Zahlung des Krankengeldes. Dieses beträgt in der Regel 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoarbeitsentgelts und wird für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gezahlt, jedoch maximal für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren.

Kostenlose ifb-Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren Newslettern für Betriebsräte, SBV und JAV.
Jetzt abonnieren

Begriff

Gesetzlich vorgeschriebene Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern.

Erläuterung

Anspruch bei Krankheit

Arbeitnehmer haben nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung infolge Krankheit oder Kur Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen (§ 3 Abs. 1 EntgFG). Unmittelbar anschließend haben versicherte Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie weiterhin arbeitsunfähig macht oder sie auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden. (§ 44 Abs. 1 SGB V).

Anspruch bei Betreuung eines erkrankten Kindes

Versicherte haben auch Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Dieser Anspruch besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Insgesamt besteht der Anspruch für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr. Für die Dauer der Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des Kindes haben die Versicherten Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung (§ 45 Abs. 1 bis 3 SGB V).

Anspruchsdauer und -höhe

Das Krankengeld wird ohne zeitliche Begrenzung gewährt, für den Fall der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit jedoch für längstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Tritt während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, wird die Leistungsdauer nicht verlängert. Nach Beginn eines neuen Dreijahres-Zeitraumes besteht wegen derselben Krankheit ein erneuter Anspruch auf Krankengeld, wenn der mit Krankengeldanspruch Versicherte in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate wegen dieser Krankheit nicht arbeitsunfähig und erwerbstätig war bzw. der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stand § 48 Abs. 1 u. 2 SGB V).

Das Krankengeld beträgt 70% des erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelts und Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt (Regelentgelt). Das aus dem Arbeitsentgelt berechnete Krankengeld darf 90 vom Hundert des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen (§ 47 Abs. 1 SGB V). Vom Krankengeld sind Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten.

Rechtsquelle

§§ 44 bis 51 SGB V

Seminare zum Thema:
Krankengeld
Betriebliche Suchtprävention Teil III
SBV-Wissen rund um Arbeits- und Gesundheitsschutz
Betriebsklima
Diese Lexikonbegriffe könnten Sie auch interessieren
Aktuelle Videos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheitsförderung durch Führungskräfte und Betriebsräte

Das Thema Arbeitsplatzqualität ist hochaktuell: Immerhin 35 % der europäischen Beschäftigten denken, dass ihre Arbeit die Gesundheit gefährde. Eine wichtige Rolle hierbei spielen die Führungskräfte. Denn eine „gesunde“ Führung hat Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Zu diesem Er ...
Mehr erfahren

Vertraulich und souverän: Als Betriebsrat Gespräche professionell führen

Es ist nicht immer einfach, Gespräche mit Betroffenen zu führen, wenn es um psychische Belastungen geht. Oft sind Unsicherheiten vorhanden, wie man den betroffenen Kollegen begegnen soll. Was tun als Betriebsrat? Und wie finden Sie die richtigen Worte?
Mehr erfahren
Ist eine Mitarbeiterin dauerhaft arbeitsunfähig erkrankt, ist grundsätzlich für einen Zweijahreszeitraum eine zur Vertretung befristete Kraft einzustellen, um eine dauerhafte Doppelbesetzung des betreffenden Arbeitsplatzes zu vermeiden. Außerdem muss der Arbeitgeber dem Betriebsrat alle Gründe mitteilen, die seinen Kündigungsentschluss herbeigeführt haben.