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Welcome, Mr. President!?

Was die Wahl in den USA für deutsche Unternehmen bedeutet

Haben Sie in den letzten Tagen gespannt die Präsidentschaftswahl in den USA verfolgt? Für viele deutsche Unternehmen und ihre Betriebsräte war die Auszählung der Stimmen eine ganz schöne Zitterpartie. Denn wer denkt, dass die Politik der USA nur für amerikanische Konzerne bedeutsam ist, der irrt. Viele unserer Arbeitsplätze hängen an den Handelsbeziehungen zu den USA.

© AdobeStock_PhotoGranary

Joe Biden ist der neugewählte Präsident der USA. Der Jubel ist in einigen Teilen des Landes groß; auch in Deutschland macht sich zum Teil vorsichtige Erleichterung breit.

Made in Germany ist beliebt in den USA

Donald Trump fiel mit seiner „America first“-Politik in den letzten Jahren auf, auch seine Androhung von Strafzöllen versetzte viele Unternehmen in Angst und Schrecken. Denn Waren „Made in Germany“ sind in den USA beliebt; wichtige Schlüsselindustrien hängen an den Abnehmern aus den USA. Hierzu gehören unter anderem die Autoindustrie, der Maschinenbau und die Pharmaindustrie.

Laut Statistischem Bundesamt wurden von Deutschland aus im vergangenen Jahr Güter im Wert von knapp 119 Milliarden Dollar in die USA geliefert – trotz der Abschottungspolitik von Donald Trump. Damit ist Deutschland Spitzenreiter beim US-Import. 

Viele deutsche Arbeitsplätze hängen direkt am Export in die USA.

Für einen derart wichtigen Exportmarkt müssen die Handelsbeziehungen stimmen. Viele deutsche Arbeitsplätze hängen direkt hiervon ab. Und natürlich gibt es auch zahlreiche Standorte deutscher Konzerne in den USA.

Auch Importe aus den USA sind bedeutsam

Auch die Waren, die Deutschland aus den USA beziehen, haben einen großen Anteil. Nach China und den Niederlanden sind die USA Platz drei unter den wichtigsten Lieferländern für Deutschland.

Streit um die Handelsbeziehungen

Um die regen Handelsbeziehungen entbrannte in den letzten Jahren zunehmend Streit. Donald Trump wollte erreichen, dass die USA im Ausland mehr Waren verkaufen, aber weniger einkaufen.

2019 gingen 12 % aller deutschen Kfz-Exporte in die USA.

Nicht nur, dass die USA Strafzölle auf EU-Importe wie Aluminium und Stahl verhängte. Immer wieder drohte Donald Trump, auch deutsche Autos mit Strafzöllen zu belegen; von 25 % war die Rede. Das ist angesichts der Zahlen besonders erschreckend: 2019 gingen 12 % aller deutschen Kfz-Exporte in die USA.

Licht am Ende des Tunnels?

Viele deutsche Schlüsselindustrien hoffen nun auf eine Entspannung der Beziehungen – und auf einen konstruktiven Austausch. Allerdings gibt es auch Stimmen, die Erwartungen nicht zu hoch zu hängen. So stellt sich beispielsweise Hildegard Müller, die Präsidentin des Lobby-Verbands VDA, wohl weiter auf schwierige Gespräche ein.

Der Autobauer VW verbindet hingegen einige Hoffnungen mit Joe Biden als neuem Präsidenten. Konzernchef Herbert Diess sieht in der Ankündigung des baldigen US-Präsidenten einen Lichtblick, den Ausstieg Trumps aus dem Pariser Klimaabkommen wieder rückgängig zu machen. Denn damit könnten Investitionen in klimafreundliche Technik verbunden sein – auch für Autos.

Eins ist heute schon sicher: Der neue Präsident wird erstmal im eigenen Land alle Hände voll zu tun haben. Außerdem ist er noch nicht im Amt. Erst am 6. Januar wird offiziell verlesen, wer der Sieger der US-Wahl ist. Erst zwei Wochen später geht es mit der Übernahme aller Aufgaben richtig los für Joe Biden.

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