Was bleibt über die Amtszeit hinaus?

© Mara Thul
Stand:  2.2.2026
Lesezeit:  03:00 min
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Eine ehemalige Jugend- und Auszubildendenvertreterin über ihre Zeit in der JAV, persönliche Entwicklung und die ifb-Fachtagung

Die Zeit in der Jugend- und Auszubildendenvertretung von Mara Thul liegt zwar schon rund zwei Jahre zurück, dennoch erinnert sich die 23-Jährige immer wieder gerne daran: An den Austausch mit anderen JAVis, das Netzwerk, das sie sich im Unternehmen aufbauen konnte und sogar an Gespräche mit der Personalabteilung, die zwar nicht ganz einfach waren, sie aber nachhaltig geprägt haben.

Mara Thul | © Mara Thul

Mara Thul

Mara Thul hat bei Thüga, einem Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen in der Energiewirtschaft, eine kombinierte Ausbildung (Industriekaufrau) mit BWL-Studium absolviert und arbeitet mittlerweile im Innovationsmanagement. Von 2022 bis 2024 engagierte sich die heute 23-Jährige in der Jugend- und Auszubildendenvertretung.

Mara, wie bist Du damals in der JAV „gelandet“?

Mara Thul: Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte: Unser Firmensitz ist ja in München und es ist Tradition, dass es jedes Jahr eine „Azubi-Wiesn“ gibt. Der Betriebsrat organisiert einen Tisch und dann geht es mit allen Auszubildenden und Vertretern des Betriebsrats auf das Oktoberfest. Das war ziemlich cool, weil man sich so kennengelernt hat – ich war zu dem Zeitpunkt erst ein paar Wochen im Unternehmen. Unser Betriebsratsvorsitzende hat hier ein bisschen was zur JAV erzählt und ich fand das Thema spannend, weil ich immer schon engagiert war, etwa als Schülersprecherin. Dann habe ich noch mit meiner Vorgängerin gesprochen, welche Aufgaben die JAV hat und was sie eigentlich genau macht. Daraufhin habe ich mich aufstellen lassen und wurde dann auch gewählt.

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Ich fand das Thema spannend, weil ich immer schon engagiert war, etwa als Schülersprecherin.

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Gibt es JAV-Projekte, an die Du Dich besonders gerne zurückerinnerst?

Mara Thul: Da gibt es einige: Wir haben beispielsweise einen Azubi-Ausflug organisiert oder das Onboarding der Auszubildenden mitgestaltet. Außerdem konnten wir eine Konzern-JAV gründen. Die gab es noch nicht und das war echt supercool, weil wir die gemeinsam mit den JAVis der Tochtergesellschaften, die über ganz Deutschland verteilt sind, auf die Beine gestellt haben. Da haben wir uns schließlich zwei Mal im Jahr getroffen und uns wirklich mal über alle möglichen Themen ausgetauscht.

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Die Erfahrung, solche Gespräche zu führen, die einem irgendwie unangenehm sind, weil es um Geld geht, war richtig wertvoll.

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Andersrum: Was hättest Du als JAV gerne noch umgesetzt?

Mara Thul: Wir waren in Gesprächen mit der Personalabteilung zur „Eingruppierung nach der Ausbildung“. Das ist ein Thema, bei dem es wirklich schwierig ist, etwas zu erreichen – das war uns schon im Vorhinein bewusst. Aber die Erfahrung, solche Gespräche zu führen, die einem irgendwie unangenehm sind, weil es um Geld geht, war richtig wertvoll. Und es hat uns im Nachhinein gefreut, dass wir das Thema zumindest ansprechen und offen mit der Personalabteilung reden konnten.

Das JAV-Amt hat Dir also in jedem Fall etwas gebracht …

Mara Thul: Absolut! Für mich war zum dem Zeitpunkt alles noch frisch, da musste ich mich erstmal überwinden, so direkt auf die Personalabteilung zuzugehen. Es war jedenfalls richtig gut für mich, es dann auch gemacht zu haben. Ganz davon abgesehen habe ich viel aus den Betriebsratssitzungen mitgenommen, weil es da natürlich häufig um rechtliche Fragen ging. Etwa zum Thema Zeiterfassung, mit denen man sich sonst nicht so richtig auseinandersetzt. Und ich habe über den Betriebsrat generell viel vom Unternehmen mitbekommen, weil im Gremium Personen aus den unterschiedlichsten Abteilungen sitzen und man sich so ein Netzwerk aufbauen kann.

Veranstaltungstipp: Tag der Jugend- und Auszubildendenvertretung 

 

Vom 8. bis 10. April können JAVis aus ganz Deutschland ihr JAV-Know-how in kurzer Zeit ausbauen. Denn dann findet in München wieder die JAV-Fachtagung mit spannenden Workshops und zahlreichen Kontakten statt. 

Als ehemalige JAV ist der Weg in den Betriebsrat oft nicht weit: Wie ist das bei Dir?

Mara Thul: Ich habe mir tatsächlich Gedanken dazu gemacht, weil ich es wichtig finde. Habe mich aber erstmal nicht dazu entschieden, zu kandidieren, weil ich derzeit noch paar Dinge zusätzlich habe: Momentan schreibe ich meine Bachelorarbeit, dann würde ich gerne noch einen berufsbegleitenden Master machen und möchte meinen Fokus darauf legen und nicht noch ein Päckchen draufpacken. Aber für die Zukunft ist es auf keinen Fall ausgeschlossen.

Während Deiner Zeit als Jugend- und Auszubildendenvertreterin warst Du selbst Teilnehmerin der Fachtagung – wie ist Deine Erinnerung daran?

Mara Thul: Mir hat sie richtig gut gefallen, gerade wegen des Austauschs mit den anderen JAVis. Man ist ja doch sehr in seiner eigenen „Bubble“ und da finde ich es einfach super wichtig, den Blick zu weiten. Mit was beschäftigen sich die anderen? Zudem bekommt man noch mal ganz neue Ideen. Die Workshops waren eine richtig gute Mischung aus JAV-Themen und solchen, die einen menschlich oder für die Arbeit weiterbringen. Und, ich habe noch mitgenommen, dass ich sehr glücklich darüber bin, dass die Ausbildung bei uns alles in allem richtig gut läuft. Andere haben teilweise Dinge erzählt, bei denen ich mir dachte: Das kann doch gar nicht sein! Einer hat zum Beispiel berichtet, dass er seinen Ausbildungsplan komplett selbst schreiben muss. (tis) 

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