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Freiwillige Helden: Die unsichtbaren Stars der Europameisterschaft 2024

Ein Blick hinter die Kulissen der EURO2024DE

Sommermärchen 2024, ja oder nein? Millionen Fans werden in den Stadien und auf den Fanmeilen erwartet. Doch solch ein Großereignis braucht viele helfende Hände. Erfahren Sie, wie Freiwillige und bezahlte Kräfte zum Erfolg dieses Großevents beitragen. Müssten ehrenamtliche Helfer hier fairerweise bezahlt werden?

Stand:  10.6.2024
Lesezeit:  02:00 min
Volunteer Europameisterschaft 24 | © AdobeStock | michaelheim

Erinnern Sie sich noch an das Sommermärchen 2006? Die Spannung stieg von Spiel zu Spiel, und selbst Fußball-Laien fieberten beim Public Viewing gemeinsam mit ihren Freunden. Ein ähnlicher Traum könnte sich bei der EM 2024 verwirklichen. Mit 2,7 Millionen Fans in den Stadien und Millionen mehr auf den Fanmeilen der Ausrichterstädte wird es ein wahres Fest des Fußballs. Doch für ein reibungsloses Großereignis braucht es viele helfende Hände. Aus diesem Grund bedankte sich Bundesminister Hubertus Heil Ende April gemeinsam mit Staatssekretärin Franziska Becker und Kevin-Prince Boateng bei rund 1.300 Volunteers, die mitunter tatkräftig zum Gelingen der EURO2024DE beitragen werden. Es soll eine EM der Menschlichkeit und der Fairness werden!

Jobs rund um die EM

Mit diesem Dankestermin erreichte unser Bundesminister ein Teil der im letzten Jahr im Juni ausgeschriebenen UEFA Volunteers Stellen – also ehrenamtliche Jobs rund um die Europameisterschaft. Die einzige Voraussetzung war, dass man 18 Jahre alt sein musste. In Einzelgesprächen wurde dann je nach Kompetenz entschieden, welche Aufgaben die Leute übernehmen können. Das reichte von Lkw-Fahren über Catering bis zur Sicherheit oder Hostessführung. Die Aufgaben zur EM24 sind genauso vielfältig wie die teilnehmenden Länder. Für jeden der zehn Austragungsorte wurden 1.600 Freiwillige gesucht. Mehr als 146.000 Fußballfans haben sich laut UEFA beworben, aber nur 16.000 Freiwillige aus 124 Ländern wurden ausgewählt. Es gibt keine Bezahlung, aber die Freiwilligen bekommen Trikots und Arbeitskleidung, kostenlose Verpflegung und freie Fahrt mit der Bahn und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Vielleicht ein kleiner Vergleich: Werkstudenten und Praktikanten haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf den Mindestlohn (§ 22 Mindestlohngesetz - MiLoG) und dieser liegt derzeit bei 12,41 Euro brutto pro Stunde (Stand: Januar 2024).
Es gibt jedoch auch bezahlte Jobs. Auf den Jobbörsen sind immer noch stellen für Eventmanager, Hostessen, Leute für die Gästebetreuung am Bahnhof, Sicherheitskräfte und Servicepersonal ausgeschrieben. Diese Jobs werden mit einem Verdienst zwischen 13 und 17 Euro pro Stunde bezahlt.

Ist ein Ehrenamt immer ohne Bezahlung?

Wussten Sie, dass fast 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahre ehrenamtlich tätig sind? Zum Beispiel bei der Feuerwehr, in Sportvereinen oder in sozialen Einrichtungen. Grundsätzlich ist die Mitarbeit in einem Verein freiwillig und unentgeltlich. Und viele kleine Vereine leben von den engagierten ehrenamtlichen Helfern. Ohne die geht es gar nicht! Trotzdem können nebenberufliche Ehrenamtliche, die für gemeinnützige Zwecke tätig sind, den steuerfreien Freibetrag von 840 Euro nutzen (§ 3 Nr. 26a EStG). Dies gilt für Vereine, darunter auch Fußballvereine, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen wie Bund, Länder, Gemeinden, Kammern, Universitäten und Sozialversicherungsträger. Es muss lediglich ein Beschluss des Vorstands oder der Mitgliederversammlung vorliegen oder eine entsprechende Regelung in der Satzung enthalten sein.

Fairness, Ehrenamt und Null-Tarif?

Volunteers der EM und keine Bezahlung? Hierzu gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen. Denn für die Helfer ist vielleicht „dabei sein“ Lohn genug. Zieht man aber einen Vergleich zu den Finanzfakten der UEFA zur Europameisterschaft, gerät man doch ins Staunen: Insgesamt wird ein Preisgeld von 331 Millionen Euro ausgelobt. Nicht nur das: Für die UEFA ist das Fußballturnier ein Riesengeschäft, mit erwarteten Einnahmen von mehr als zwei Milliarden Euro und einem Gewinn von über einer Milliarde Euro.
Und für uns in Deutschland? Für uns ist es das teuerste Fest der letzten Jahre. Nach Recherchen des ZDF und dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zahlen der Bund, die Länder und die Städte etwa 650 Millionen Euro für die Europameisterschaft.

Fazit: 
Sicher ist: Der Spaß um das Fußballereignis steht im Vordergrund. Ob mit Freunden, im Lokal oder mit der Familie vor dem Fernseher – dieses Ereignis bringt Menschen aus vielen Ländern und innerhalb Deutschlands zusammen. Und wenn wir im Hintergrund bei der Fernsehübertragung einige der vielen fleißigen Helfer entdecken, können wir in der Halbzeit diskutieren, ob die vielen Null-Tarif-Jobs wirklich eine EM der Menschlichkeit und Fairness in allen Bereichen widerspiegeln. (sw)

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