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BRV-Fachtagung: Jahr für Jahr ein Ort zum Austausch

Wer ist eigentlich verantwortlich für die Motivation im Gremium? Und muss der Vorsitzende im Laufe der Amtszeit immer den „Kasper“ spielen? Auf der ifb-Fachtagung in Würzburg suchten Betriebsratsvorsitzende nach Antworten.

Avatar Susanne Beckmann

Susanne Beckmann

Stand:  13.10.2015
Lesezeit:  01:30 min
BRV-Fachtagung | © AdobeStock | Djile

Immer wieder geht es um die "richtige" Motivation im Gremium - aber wer mus Antreiber sein?

Die Antwort findet sich in dem Wort Motivation: Wir handeln entsprechend unserer Motive, sagt Alexander Wörlsinger, der auf der BRV-Fachtagung 2015 den Workshop „Motivationstechniken leitete. Unter den Workshop-Teilnehmern war man sich fast einig, die Motivation muss das Gremiumsmitglied schon mitbringen. Doch welche unterschiedlichen Motive treiben uns aus dem bequemen Sessel? 

Werte, die uns leiten

Wir unterscheiden uns durch die Werte, die uns leiten: Freiheit, Sicherheit, Anerkennung oder Macht. Oder auch Harmonie, Intensität oder Integrität, Fürsorge oder Neugierde. Wenn klar ist, aus welchem Antrieb heraus ein BR-Mitglied agiert, dann ist auch klar, wie es sich motivieren lässt. Und das meint nicht, dass der Vorsitzende den Entertainer gibt. Sondern dass er Rahmenbedingungen für den Einzelnen schafft, unter denen dieser wiederum optimal agieren kann. Wer Freiheit braucht, neugierig ist und Herausforderungen liebt, der lässt sich gern mit neuen Projekten betrauen. Er wächst an seinen Aufgaben. Wer dagegen Sicherheit sucht und Harmonie braucht, der wird sich mit freien Aufgaben wesentlich schwerer tun.

Dies zu erkennen und richtig zu nutzen, ist ein wesentlicher Schlüssel für einen BR-Vorsitzenden. Richtig eingesetzt profitiert das ganze Gremium. Ist es also Aufgabe des Vorsitzenden, zu motivieren? Wörlsinger beschreibt das Bild einer Lokomotive: Sie schiebt den Zug nicht von hinten, sondern setzt kurz zurück, dockt vorne an. Anfangs braucht sie Kraft, um den Zug in Bewegung zu setzen, ihn zu ziehen. Aber wenn der Zug rollt, dann schieben die Waggons von hinten.

Die eigene Haltung ernst nehmen

Sich über seine Rolle als Vorsitzender bewusst sein, die eigene Haltung wirklich zu kennen und nach ihr zu handeln, dass betonte auch Frank Ihlenburg. Corporate Social Responsibility im Unternehmen zu verankern, all sein Streben danach auszurichten, sei nichts, was man „noch irgendwie nebenbei" machen kann. Jeder Vorsitzende sollte für sich entscheiden, ob er sich mit Herz dafür einsetzen kann, wie viel Ressourcen ihm überhaupt zur Verfügung stehen.

Neben solchen „weichen Faktoren" muss sich ein Vorsitzender natürlich genauso gut mit den Gesetzen auskennen. Wissen, welche Rechte und Pflichten sein Amt mit sich bringt. 

Die BRV-Fachtagung des ifb wagt den Spagat zwischen harten und weichen Themen, um die verschiedenen Facetten der BR-Arbeit zu berücksichtigen. Dass es gelingt und der Einzelne davon profitiert, beweist jedes Jahr die Teilnahme von zig hundert Betriebsratsvorsitzenden aus ganz Deutschland. Sie kommen jedes Jahr, kennen sich untereinander, freuen sich auf einander und auf ein Potpourri an aktuellen Themen.

Von Kollegen profitieren

Das Plus einer Fachtagung liegt klar auf der Hand: Was beschäftigt andere Betriebsräte in Deutschland? Muss ich als Vorsitzender mein Gremium auch dafür fit machen? Welche Lösungsstrategien wenden sie an? Kann ich von denen profitieren? Haben wir echten Handlungsbedarf und brauchen wir im Einzelnen noch mehr Wissen? Diese Fragen werden Ihnen sicher beantwortet.

Fazit:  Die BRV-Fachtagung des ifb ist Jahr für Jahr einfach der perfekte Rahmen, um miteinander zu lernen und voneinander zu profitieren.

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