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Jobcarving

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Redaktion
Stand:  7.4.2025
Lesezeit:  01:45 min

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Übersetzt bedeutet „to carve “ schnitzen – und so kann man sich auch das Jobcarving vorstellen: Ein Arbeitsplatz wird für die betreffende Person passend „geschnitzt“. Das Konzept stammt aus den USA und die Idee dahinter ist, für Menschen mit kognitiven oder Lernschwierigkeiten den Job passgenau auf ihre Fähigkeiten und Kenntnissen „zurechtzuschneiden.“  

Wie funktioniert das? 

Der Arbeitgeber betrachtet die einzelnen Schritte bzw. Aufgaben, die einer bestimmten Jobbeschreibung zugrunde liegen und definiert Einzeltätigkeiten. Diese (zumeist einfachen) Einzeltätigkeiten werden dann zu einer neuen Arbeitsplatzbeschreibung zusammengesetzt, die auf den jeweiligen Menschen zugeschnitten ist. 

Der Vorteil für Unternehmen: 

  • Fachkräfte können sich gezielt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. 
  • Die Ausgleichsabgabe kann evtl. gesenkt werden. 

Ansprechpartner für das Thema sind die Integrationsfachdienste: Neben der Prozessbegleitung können sie finanzielle Fördermöglichkeiten aufzeigen sowie an weiterführende Stellen verweisen. 

Potenziale für Jobcarving gibt es bei Aufgaben,  

  • die den Arbeitsfluss des Fachpersonals mindern bzw. stören, 
  • die immer wieder liegen bleiben, 
  • die sich regelmäßig wiederholen, 
  • die viel Zeit binden, 
  • die viele (bezahlte) Überstunden verursachen, 
  • die nicht die Qualifikation des/der Ausführenden benötigen, 
  • die unter Anleitung erlernt werden können, 
  • die mit informell erworbenem Wissen beziehungsweise Fähigkeiten ausgeführt werden können, 
  • die auch ohne Hintergrundwissen erledigt werden können, 
  • die aus dem bisherigen Stellenprofil herausgelöst werden können. 

Beispiele für Jobcarving-Tätigkeiten 

  • Vorbereitung und Aufräumen von Meetingräumen 
  • Spülmaschinen ein- und ausräumen 
  • Reinigen und Befüllen von Kaffeemaschinen 
  • Büropflanzen pflegen 
  • Dateneingabe, Abtippen, Einscannen, Kopieren 
  • Archivierung 
  • Briefe falten, kuvertieren, frankieren, stempeln 
  • Botengänge/Verteilung von Hauspost 
  • Unterlagen vorbereiten 
  • Empfang, Telefonempfang und Weiterleiten von Telefonaten 
  • Einkäufe für das Unternehmen (beispielsweise von benötigtem Verbrauchsmaterial) 
  • Individuelle „Kundenbetreuung“ z.B. im Gesundheitssektor oder in Pflegeheimen 
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