Liebe Nutzer,

für ein optimales und schnelleres Benutzererlebnis wird als Alternative zum von Ihnen verwendeten Internet Explorer der Browser Microsoft Edge empfohlen. Microsoft stellt den Support für den Internet Explorer aus Sicherheitsgründen zum 15. Juni 2022 ein. Für weitere Informationen können Sie sich auf der Seite von -> Microsoft informieren.

Liebe Grüße,
Ihr ifb-Team

Corporate Social Responsibility

Ist Ihnen schon einmal die Abkürzung „CSR“ begegnet? CSR steht für Corporate Social Responsibility. Ich gebe zu, als ich das erste Mal davon gehört habe, konnte ich auch nicht wirklich viel damit anfangen. Wer oder was ist dieses CSR – und warum müssen sich Betriebsräte damit befassen?

Dr. Christa Hobmaier

Diplom-Kauffrau

Stand:  2.3.2017
Lesezeit:  03:15 min
Teilen: 
Corporate Social Responsibility | © AdobeStock | patpitchaya

© AdobeStock | patpitchaya

Übersetzt bedeutet Corporate Social Responsibility so viel wie „soziale Verantwortung". Doch was ist damit gemeint? Ganz einfach: Kern des CSR ist es, dass Unternehmen ihr Handeln auch nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ausrichten. Hierzu gehört nicht nur, gesellschaftliche Belange in die Entscheidungen einzubeziehen. Auch betriebsinterne Maßnahmen, die auf nachhaltiges Wirtschaften setzen, zählen dazu. Kurzum, zu CSR gehören gute Arbeitsbedingungen, ein schonender Umgang mit Ressourcen und der Blick über den Tellerrand.

Und all das bringt viele Vorteile:

  • Gute Arbeitsbedingungen fördern die Motivation und die Einsatzbereitschaft der Belegschaft.
  • Energie- und Materialeffizienz schützt die Umwelt und kann helfen, Kosten zu senken.
  • Soziales Engagement stärkt die öffentliche Wahrnehmung.

CSR im Trend

CSR liegt im Trend: Laut einer Bertelsmann-Studie aus dem letzten Jahr engagieren sich immer mehr Unternehmen in OECD-Ländern. Spitzenreiter des erstmals erhobenen „Corporate Responsibility Social Index" sind Unternehmen aus Spanien und Großbritannien, deutsche Unternehmen befinden sich (noch) im Mittelfeld. Wie sich Unternehmen einbringen, ist von Land zu Land unterschiedlich. Deutsche Unternehmen rangieren z.B. bei der Familienfreundlichkeit und Maßnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau in der Spitzengruppe. Erfüllen Unternehmen die gesellschaftlichen Erwartungen nicht, riskieren sie Umsatzverluste und Imageschäden. Bestes Beispiel aus der jüngsten Zeit ist der Abgasskandal bei VW. Hier ist etwas gewaltig schief gelaufen, von gesellschaftlich oder ökologisch verantwortlichem Handeln keine Spur. VW hat sich das Vertrauen vieler Kunden verspielt und wird noch lange mit den „Nachwehen" des Skandals befleckt sein. Wer sich mit CSR beschäftigt, dem sollte daher vor allem eins klar sein: Erfolgreiches Wirtschaften findet nicht im luftleeren Raum statt – hinter CSR muss eine Einstellung, nicht nur ein PR-Gag stecken.

Und die Betriebsräte?

Unternehmen wollen in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden und sowohl intern als auch extern als gute und zuverlässige Partner dastehen. All das liegt natürlich im Interesse des Betriebsrats. Und Themen wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gehören zum Kerngeschäft einer gelungenen Betriebsratsarbeit. Dies bedeutet für alle Gremien, aktiv zu werden und sich frühzeitig mit dem Thema CSR zu beschäftigen. Der Betriebsrat kann dafür sorgen, dass die Mitarbeiter von Anfang an einbezogen werden – nur so wird CSR wirklich gelebt. Die Preisträger des diesjährigen CSR-Preises (siehe Kasten nächste Seite) liefern vielleicht schon neue Ideen und gelungene Anstöße. Also Betriebsräte, wacht auf! Denn handeln, statt abzuwarten, so lautet die Devise beim Thema CSR.

Das gehört zu CSR

Die soziale Verantwortung der Unternehmen umfasst Maßnahmen außerhalb der rechtlichen Verpflichtungen, z.B. gegenüber ihren Mitarbeitern, Geschäftspartnern, der Gesellschaft und der Umwelt. Auch deswegen ist CSR ein Thema für jeden Betriebsrat!

© Bundesministerium für Arbeit und Soziales

© Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Foto: Verleihung des CSR-Preises der Bundesregierung im Januar 2017.

Mehr als gute Presse!


CSR-Preis der Bundesregierung 

Ende Januar verlieh Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zum dritten Mal Preise an vorbildliche Betriebe, die nachhaltiges Handeln dauerhaft in ihre Geschäftstätigkeit integrieren. Nominiert waren insgesamt 25 Unternehmen in drei Größenkategorien und zwei Sonderpreiskategorien.

Die Preisträger dürfen sich über mehr als nur eine gute Presse freuen. Der Preis honoriert das Engagement, bestätigt Geschäftspartner in ihrer Zusammenarbeit, fördert die Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen – und motiviert im besten Fall andere Unternehmen zum Nachmachen.

Die Preisträger 2017:

  • Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG – Preisträger in der Kategorie Unternehmen bis 249 Beschäftigte.
    „Nachhaltige Unternehmensführung gibt unserer Tätigkeit Sinn, motiviert Mitarbeiter und zwingt zu zukunftsorientiertem Denken.“ (Lorenz Hansen, geschäftsführender Gesellschafter Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG)
  • Rapunzel Naturkost GmbH– Preisträger in der Kategorie Unternehmen mit 250 bis 999 Beschäftigten.
    „Eine Unternehmensführung auf Basis sozialer Werte, Kultur, Ökologie und stabiler Ökonomie sichert unseren nachhaltigen Unternehmenserfolg.“ (Joseph Wilhelm, Gründer und Geschäftsführer, Rapunzel Naturkost GmbH)
  • GROHE AG – Preisträger in der Kategorie Unternehmen mit über 1000 Beschäftigten.
    „Als führendes Sanitärunternehmen fühlen wir uns dem Schutz der wertvollen Ressource Wasser verpflichtet.“ (Michael Rauterkus, Vorstandsvorsitzender GROHE AG)
  • Weleda Group – Preisträger in der Kategorie Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement.
    „Eine gerechte Behandlung aller an der Wertschöpfung beteiligten Partner gehört zu unseren Grundwerten. Deshalb setzen wir uns für fairen Handel ein.“ (Ralph Heinisch, Chief Executive Officer Weleda Group)
  • Bayerische Blumen Zentrale GmbH – Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen.
    „Der beste Weg, Vorurteile auf Seiten der deutschen Bevölkerung abzubauen, führt über persönliche Kontakte und Erfahrungen.“ (Sonja Ziegltrum-Teubner, Geschäftsführerin Bayerische Blumen Zentrale GmbH).
  • boeba Montagen- und Aluminium-Bau GmbH – Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen.
    „Es ist für mich als Unternehmer Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, auch die Integration geflüchteter Menschen zu unterstützen.“ (Jakob Maechler, Geschäftsführer boeba Montagen- und Aluminium-Bau GmbH).
  • ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG– Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen.
    „Als Unternehmen sehen wir uns in der Pflicht, geflüchteten Menschen eine neue Perspektive zu schaffen und Ihnen die Chance zu geben, sich in unserer Gesellschaft einzufinden.“ (Dr. Peter Kulitz, Geschäftsführender Gesellschafter, ESTA Apparatebau).
  • mevanta Pflegegesellschaft mbH – Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen.
    „In einer Stadt wie Berlin, in der viele Flüchtlinge untergebracht wurden, stellen wir uns als verantwortungsbewusstes Unternehmen unweigerlich die Frage, inwieweit wir Hilfe anbieten können.“ (Reinhardt Pumb, geschäftsführender Gesellschafter mevanta Pflegegesellschaft mbH).
  • Milchviehbetrieb Wolters / Bauernkäserei Wolters GmbH – Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen
    „Wir stellen geflüchtete Menschen ein, um unseren Teil der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für das Gelingen der Integration wahrzunehmen.“ (Pieter Wolters, Geschäftsführer Milchviehbetrieb Wolters / Bauernkäserei Wolters GmbH).
  • Schmauder & Rau GmbH – Preisträger in der Kategorie Betriebliche Integration geflüchteter Menschen.
    „Für uns ist die Integration von Flüchtlingen in unseren Betrieb ein selbstverständlicher Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft.“ (Bettina Schmauder, kaufmännische Leiterin Schmauder & Rau GmbH).
© Bundesministerium für Arbeit und Soziales

© Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Foto: Einige Gewinner des CSR-Preises der Bundesregierung.

Kontakt zur Redaktion

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Wenden Sie sich gerne direkt an unsere Redaktion. Wir freuen uns über konstruktives Feedback!

redaktion-dbr@ifb.de

Jetzt weiterlesen