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Betriebliches Gesundheitsmanagement: Wie Betriebsräte dabei helfen, das wichtigste Gut im Leben zu schützen

Im Gespräch mit Marcus Lechleitner, Betriebsratsvorsitzender bei INTERSPORT

Die Gesundheit ist das Wichtigste! Darüber dürfte es wenig zu diskutieren geben. Aber wie schafft man es, über ein Arbeitsleben hinweg gesund zu bleiben? Das ist unter anderem Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in Unternehmen. Das Ziel: Die Belastungen der Beschäftigten optimieren und die persönlichen Ressourcen stärken. Aber welchen Einfluss haben Betriebsräte eigentlich auf das betriebliche Gesundheitsmanagement? Darüber haben wir mit Marcus Lechleitner gesprochen, seit 1986 bei der INTERSPORT Deutschland eG tätig, darüber hinaus Betriebsratsvorsitzender, Sprecher des Ausschusses Gesundheit, Familie und Beruf sowie eng in das betriebliche Gesundheitsmanagement des Unternehmens involviert.

Stand:  18.7.2022
Lesezeit:  03:00 min
Marcus Lechleitner | © Marcus Lechleitner | INTERSPORT

Marcus, welche Rolle spielt betriebliches Gesundheitsmanagement bei INTERSPORT?
Marcus Lechleitner:
Es hat einen sehr hohen Stellenwert, wird vom Vorstand explizit gewünscht und unterstützt. Auch mit einem eigenen Budget für den Arbeitszirkel Sport und Gesundheit.

Für mich ist es eine Herzensangelegenheit.

Wie denkst Du persönlich darüber?
Marcus Lechleitner:
Ich sehe das ganz genauso. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, da Gesundheit in Verbindung mit Sport, Entspannung und weiteren Faktoren ein wichtiges Gut in unserem Leben ist.

Was zählt bei INTERSPORT alles zum betrieblichen Gesundheitsmanagement?
Marcus Lechleitner:
Die Gesundheitsförderung, Teile des Arbeitsschutzes, betriebliches Eingliederungsmanagement, Ergonomie, gesunde Führung, psychische Gesundheit, Ernährung, digitale Unterstützung bei Gesundheitsthemen …

Wir haben ein individuelles und breit aufgestelltes Jahresprogramm zur freiwilligen, subventionierten Teilnahme.

Also jede Menge! Spiegelt sich das in den Gesundheitsangeboten wider?
Marcus Lechleitner:
Auf jeden Fall. Wir haben ein individuelles und breit aufgestelltes Jahresprogramm zur freiwilligen, subventionierten Teilnahme an verschiedensten Maßnahmen des Betriebssports, den Mitarbeiter-Events und der Gesundheitsförderung. Zudem haben wir eine spezielle Versicherung für Maßnahmen, die über das normale Maß hinausgehen. Kostenloses Wasser und Obst an den Standorten sowie eine entsprechende Sportausstattung für die Mitarbeiter sind selbstverständlich.

Woher kommt die Motivation für ein so breit aufgestelltes betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen?
Marcus Lechleitner:
Da gibt es einige Aspekte: Allen voran natürlich die Gesunderhaltung der Mitarbeiter, die dadurch zufriedener und motivierter sind bei gleichzeitig weniger Krankheitskosten für das Unternehmen. Darüber hinaus ist es in einer Umgebung mit stark umkämpftem Arbeitsmarkt ein Argument bei der Rekrutierung. Und außerdem lernen sich die Kolleginnen und Kollegen in lockerer Runde nochmal ganz anders und besser kennen.

Die Verbindung Gesundheit/Sportfachhandel liegt ja fast auf der Hand …
Marcus Lechleitner:
Ja, und wird auch schon sehr, sehr lange gelebt. Bereits 1992 wurde ich vom Arbeitgeber mit der Organisation des Betriebssports beauftragt. Seit 2008 gibt es ein Jahresprogramm für Gesundheitsförderung, Betriebssport und Mitarbeiter-Events. Mit der Ausweitung der Maßnahmen wurde das Thema 2020 nochmal auf eine neue Ebene gehoben.

Die Gesundheit strahlt in viele Aufgaben eines Betriebsrats hinein oder resultiert daraus.

Welchen Einfluss könnt Ihr als Betriebsrat auf das betriebliche Gesundheitsmanagement nehmen?
Marcus Lechleitner:
Wir als Betriebsrat unterstützen den Arbeitgeber bei den Maßnahmen, motivieren die Kolleginnen und Kollegen und sind dadurch bei diesem wichtigen Thema immer am Puls der Zeit. Schließlich strahlt die Gesundheit in viele Aufgaben eines Betriebsrats hinein oder resultiert daraus, etwa bei der Arbeitszeit oder beim Arbeitsschutz.

Gibt es ein Team, das sich bei INTERSPORT um das betriebliche Gesundheitsmanagement kümmert?
Marcus Lechleitner:
Ja, den Arbeitskreis/Workstream „Sport und Gesundheit“! Der setzt sich aus verschiedenen Bereichen und Akteuren aus dem gesamten Unternehmen zusammen. Und ist in engem Austausch mit dem Arbeitsschutzausschuss des Unternehmens, in dem ebenfalls der Betriebsrat vertreten ist.

Welche Aktivitäten werden konkret angeboten?
Marcus Lechleitner:
Jährliche Highlights sind sicherlich die Schnee- und Outdoorevents, bei denen sich Mitarbeiter an zwei Tagen in verschiedene Schneesportarten oder Outdoorsportarten, beispielsweise in den Alpen, ausprobieren können. Gerne angenommen werden die Möglichkeiten der gemeinsamen Teilnahme an Läufen, Fitness- und Gesundheitskursen, Events mit Partnern aus dem Sportbereich wie Fußballspiele oder auch mobile Massagen. Außerdem gibt es wechselnde Angebote wie Bowling, Bogenschießen, Minigolf oder SUP. Und – last but not least – sind die Mitarbeiter-Events zu nennen. Dazu gehören Weihnachtsfeier, Sommerfest oder Betriebsausflüge. In dem Bereich bieten wir auch Veranstaltungen an, bei denen bewusst die Angehörigen der Mitarbeiter miteinbezogen werden.

Wir möchten die Möglichkeiten zum Schutz der psychischen Gesundheit weiter ausbauen.

Werden die Angebote angenommen?
Marcus Lechleitner:
Mindestens die Hälfte aller Kolleginnen und Kollegen nimmt im Jahr an zumindest einer angebotenen Maßnahme teil. Das ist schon gar nicht schlecht. Und es werden immer mehr.

Siehst Du konkrete Punkte, an denen Du künftig ansetzen möchtest, um sich hinsichtlich des betrieblichen Gesundheitsmanagements weiter zu verbessern?
Marcus Lechleitner:
Aktuell sind wir dabei, das Angebot digitaler zu machen und digital zu ergänzen. Als Betriebsrat ist für uns ein wichtiger Punkt – der aber auch etwas heikel und schwierig ist –, die Möglichkeiten zum Schutz der psychischen Gesundheit noch weiter auszubauen. (tis)

Zur Person

Marcus Lechleitner ist seit 1986 bei der INTERSPORT Deutschland eG in verschiedenen Bereichen beschäftigt, zuletzt als Teamleiter Verkaufsunterlagen und Daten. Betriebsratsvorsitzender ist er seit 2010 – seit 2012 freigestellt. Außerdem ist er Sprecher des BR-Ausschusses Gesundheit, Familie und Beruf und Mitglied vom Arbeitsschutzausschuss des Arbeitgebers. Seit fast drei Jahrzehnten ist er eng in die betriebliche Gesundheitsförderung, seit einigen Jahren in das betriebliche Gesundheitsmanagement des Unternehmens involviert und hat über die Berufsgenossenschaft im Jahr 2018 die Ausbildung zum Betrieblichen Gesundheitsmanager abgeschlossen.

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