Als das Internet noch Geräusche machte

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Eine kleine Zeitreise durch den Büroalltag

Fax, Stechuhr oder gelber Schein? Wer heute ins Berufsleben startet, muss bei diesen Begriffen vermutlich erst einmal googeln oder einfacher noch: die KI seiner Wahl fragen. Für viele ältere Beschäftigte gehören sie dagegen noch immer irgendwie zum Arbeitsleben, obwohl sie längst aus dem Büroalltag verschwunden sind. Begleiten Sie uns auf eine kleine Zeitreise in die Arbeitswelt vor Cloud, Videokonferenzen und KI.

Kommunikation: Als Nachrichten noch ratterten

„Herr Meier, könnten Sie das bitte noch schnell faxen?“ So sah für viele Arbeitnehmer jahrzehntelang der Büroalltag aus. Eine E-Mail gab es noch nicht. Stattdessen wanderte das Schreiben ins Faxgerät, die Nummer wurde eingetippt und dann hieß es: hoffen, dass am anderen Ende Papier eingelegt und die Leitung nicht besetzt war.

Auch im Unternehmen lief Kommunikation anders. Statt einer Chatnachricht machte die Post mit der Hauspost die Runde. In manchen Betrieben oder Krankenhäusern schossen Dokumente und Laborproben sogar per Rohrpost durch ein verzweigtes Röhrensystem im Gebäude ans Ziel.

Wer einen Kollegen erreichen wollte, landete oft zuerst in der Telefonzentrale. Dort verband eine Telefonistin das Gespräch per Hand mit der richtigen Nebenstelle. Und war Herr Meier unterwegs, blieb das Telefon eben stumm. Erst später sorgte der Pager, ein kleines piependes Gerät am Gürtel, immerhin dafür, dass wichtige Rückrufwünsche nicht verloren gingen.

Was früher ratterte, klingelte, piepte oder zischte, erledigt heute meist ein einziger Klick. Nachrichten erreichen Kollegen inzwischen in Sekundenschnelle.

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Computer waren früher alles andere als leise.

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Technik: Als Computer noch Geräusche machten

Computer waren früher alles andere als leise. Schon beim Einschalten summte der Röhrenmonitor, das Diskettenlaufwerk klackerte und wer ins Internet wollte, musste erst einmal zuhören. Das Modem kündigte die Verbindung mit einer kreischenden Geräuschkulisse an, die irgendwo zwischen Bandsäge und Zahnbohrer lag. Währenddessen blieb die Telefonleitung übrigens besetzt. Surfen und Telefonieren gleichzeitig? Fehlanzeige.

Gespeichert wurde nicht in der Cloud, sondern auf einer Diskette. Diskette? Genau, das ist dieses kleine quadratische Symbol, das heute noch fast überall für „Speichern“ steht. Früher war das kein Icon, sondern ein echtes Speichermedium. Mit einer Kapazität von gerade einmal 1,44 Megabyte, 9 × 9,5 Zentimeter groß und aus Kunststoff. Speicherkapazität eher minimal. Für ein einziges Smartphone-Foto reicht dieser Platz oft nicht einmal aus.

Auch der Drucker machte seinem Namen alle Ehre. Nadeldrucker hämmerten Zeichen aufs Papier und waren so laut, dass vermutlich das halbe Büro wusste, der Chef druckt mal wieder seinen Wochenbericht aus.

Präsentationen liefen nicht über Beamer oder große Bildschirme, sondern mit dem Overheadprojektor. Transparente Folien wurden aufgelegt und an die Wand projiziert. Lag die Folie schief, half nur eine ruhige Hand, um sie vor allen wieder geradezurücken.
Und Briefe? Die entstanden oft zunächst auf einer Schreibmaschine oder wurden in ein Diktiergerät gesprochen, bevor sie später abgetippt wurden.

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Vom papierlosen Büro war man damals, zu dieser Zeit, weit entfernt.

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Büroorganisation: Als Papier den Arbeitsalltag bestimmte

Vom papierlosen Büro war man damals, zu dieser Zeit, weit entfernt. Dokumente wurden im Leitz-Ordner (gar nicht so lange her oder vielleicht noch aktuell?) oder Hängeregister abgelegt statt im SharePoint. Die Suche nach der richtigen Akte war allerdings oft genauso herausfordernd wie heute die Suche nach der richtigen Datei.

Der Arbeitstag begann in vielen Betrieben an der Stechuhr. Dort wurde die Stempelkarte eingesteckt und mit einem lauten Klack die Arbeitszeit erfasst. Wer seine Karte zu Hause vergessen hatte, durfte das anschließend erklären.

Sollte ein Dokument mehrfach erstellt werden, kamen Kohlepapier und Durchschläge zum Einsatz. Zwischen zwei Blätter gelegt, sorgte das Kohlepapier dafür, dass beim Schreiben automatisch eine Kopie entstand. Die Tastenkombination Strg + C war damals noch Zukunftsmusik.

Und wer krank wurde, brachte den berühmten gelben Schein vom Arzt persönlich oder per Post zum Arbeitgeber. Heute übernimmt das die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU.

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Mit der Technik verschwanden nicht nur Geräte und Begriffe, sondern auch einige Berufe...

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Und was machen eigentlich …?

Mit der Technik verschwanden nicht nur Geräte und Begriffe, sondern auch einige Berufe oder sie veränderten sich grundlegend.

… Stenotypistinnen? Der Beruf wurde damals überwiegend von Frauen ausgeübt. Sie schrieben Diktate mithilfe der Kurzschrift (Steno) in beeindruckender Geschwindigkeit mit, einer eigens erlernten Schrift aus Zeichen und Kürzeln. Anschließend tippten sie Briefe, Verträge oder Protokolle auf der Schreibmaschine ab. Heute übernehmen Spracherkennung und Textverarbeitungsprogramme einen großen Teil dieser Aufgaben.

Auch die Telefonistin gehört in den meisten Unternehmen der Vergangenheit an. Früher verband sie Anrufe per Hand mit der richtigen Nebenstelle. Heute landet der Anruf meist direkt beim gewünschten Kollegen oder in einer automatischen Telefonanlage.

Der Telegrammbote brachte eilige Nachrichten persönlich zum Empfänger. Heute übernehmen E-Mail, Messenger oder Push-Nachrichten diese Aufgabe, nur deutlich schneller.

Und EDVler? Früher war der „EDVler“ der Mann (oder seltener die Frau), den man rief, wenn der Computer streikte oder der Drucker mal wieder nicht wollte. Heute heißt der Beruf meist IT-Spezialist oder IT-Administrator. Geändert hat sich vor allem der Name. Die erste Frage lautet häufig aber noch immer: „Haben Sie den Computer schon einmal neu gestartet?“

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Die Stechuhr ist der digitalen Arbeitszeiterfassung gewichen.

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Als Arbeit noch etwas mehr Zeit hatte

Die Stechuhr ist der digitalen Arbeitszeiterfassung gewichen. Heute dokumentieren Apps und Smartwatches nicht nur Arbeitszeiten, sondern auf Wunsch gleich noch Schritte, Puls und Schlafqualität.

Auch die Kommunikation hat ordentlich Tempo aufgenommen. Auf eine Nachricht im Chat wird oft innerhalb weniger Minuten eine Antwort erwartet. Früher blieb dafür oft noch Zeit für einen persönlichen Besuch im Büro des Kollegen oder einen kurzen Plausch in der Kaffeeküche.
Was früher als Papierakte von Büro zu Büro wanderte, wird heute in der Cloud gespeichert, innerhalb von Sekunden geteilt und gleichzeitig von mehreren Personen bearbeitet. Videokonferenzen ersetzen jetzt viele Dienstreisen. Dafür stehen nicht selten gleich mehrere Meetings am Tag im Kalender. Informationen sind mit wenigen Klicks verfügbar.

Das spart Zeit, keine Frage. Mit Cloud, Smartphones und Künstlicher Intelligenz scheint der Arbeitstag manchmal gefühlt auf doppelter Geschwindigkeit zu laufen. Texte entstehen in Sekunden, Informationen sind sofort verfügbar und viele Aufgaben werden automatisiert oder parallel erledigt.

Fazit: Ein Blick zurück, ein Schritt nach vorn

Herr Meier würde sich heute über vieles freuen: keine Faxgeräte mehr, gemeinsame Arbeit in der Cloud und KI, die Aufgaben in Sekunden erledigt. Gleichzeitig würde ihn wohl das stark gestiegene Arbeitstempo wundern.

Aber wie viel schneller muss Arbeit eigentlich noch werden? Und was bedeutet dieses Tempo langfristig für unsere Gesundheit? Vielleicht lohnt sich trotz aller technischen Möglichkeiten manchmal ein kleiner Blick zurück. Nicht, weil früher alles besser war, sondern weil ein persönliches Gespräch statt einer Chatnachricht, ein kurzer Plausch in der Kaffeeküche oder ein Moment zum Durchatmen auch heute noch zu einer guten Arbeitswelt gehören. Manchmal ist ein wenig mehr Vergangenheit ein Schritt nach vorne für besseres und gesünderes Arbeiten. (sw)

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