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Betrieblicher Gesundheitsschutz: Mit kleinen Schritten voran

Hans-Böckler-Stiftung nimmt gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen unter die Lupe

Das Ergebnis überrascht nicht: Schlechte Arbeitsbedingungen stellen ein erhebliches Risiko für Körper und Psyche von Arbeitnehmern dar. Vielen Arbeitgebern scheint der Gesundheitsschutz inzwischen aber ein Anliegen zu sein: 73,5 Prozent der mitbestimmten Betriebe bieten betriebliche Gesundheitsförderung an. Zu diesem Schluss kommt die Hans-Böckler-Stiftung, die mehr als 3.700 Betriebs- und Personalräte befragt hat.

Stand:  11.12.2023
Lesezeit:  02:00 min
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Studie betriebliches Gesundheitsmanagement | © AdobeStock | Parradee

Unternehmen, die für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sorgen, können einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit in der Bevölkerung leisten. Inwieweit sie dieser Verantwortung gerecht werden, hat die Hans-Böckler-Stiftung untersucht. Was kam dabei raus? Es geht voran, wenn auch mit kleinen Schritten. 
Fast drei Viertel der Betriebe boten im Befragungszeitraum 2021 betriebliche Gesundheitsförderung an – 2015 waren es erst rund die Hälfte. Auch Gefährdungsbeurteilungen wurden zunehmend durchgeführt, mit einem „Aber“: Insbesondere bei der Erfassung psychischer Belastungen gibt es oft noch Lücken.

Vielen Arbeitgebern scheint Gesundheitsschutz ein Anliegen zu sein.

Das sind die Fokusthemen

Arbeitsschutz sei während Corona ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Zuvor standen bei Betriebs- und Personalräten vor allem Überstunden, Arbeitsintensivierung sowie Zeit- und Leistungsdruck auf der Agenda.
Vielen Arbeitgebern scheint Gesundheitsschutz ebenfalls ein Anliegen zu sein: 73,5 Prozent der mitbestimmten Betriebe boten laut der Auswertung 2021 betriebliche Gesundheitsförderung an, wie z.B. Kurse zu Stressbewältigung, Bewegung oder Ernährung. 2015 gab es betriebliche Gesundheitsförderung nur bei 50,4 Prozent der mitbestimmten Firmen.
Der Anteil steigt mit der Größe der Firmen: Wo bis zu 50 Beschäftigte arbeiten, beträgt er 58,1 Prozent, ab 500 Beschäftigten 87,6 Prozent. Im Vergleich von elf großen Branchen liegen Finanzen und Versicherungen mit 86,9 Prozent und die öffentliche Verwaltung mit 82,3 Prozent vorn, der Bereich Investitionsgüter mit 58,8 Prozent hinten. 
Besser mit Interessenvertretung: Betriebe mit Betriebsrat tun deutlich mehr für die Gesundheit der Beschäftigten als Betriebe ohne Mitbestimmung, so die Forscher. 

BEM in fast 90 % der Betriebe

Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement bieten 89,7 Prozent der befragten Betriebe an. Auch hier finden sich Unterschiede im Hinblick auf Betriebsgröße und Branche. 

An die allgemeine gesetzliche Pflicht, regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, halten sich der Befragung zufolge 91,9 Prozent der Betriebe.

Gefährdungsbeurteilungen: Positiver Trend, aber auch Lücken

An die allgemeine gesetzliche Pflicht, regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, halten sich der Befragung zufolge 91,9 Prozent der Betriebe. Auch hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: 2015 waren es noch 77,7 Prozent.  
Weniger erfreulich fiel die Bilanz beim Thema psychische Belastungen aus. Entsprechende Gefährdungsbeurteilungen wurden 2021 bei 63,4 Prozent der Betriebe vollständig berücksichtigt, bei 20,1 Prozent teilweise. Hinzu kommt: Nur jeder zweite Betriebs- oder Personalrat gibt an, dass Beschäftigte in diesem Zusammenhang aktiv eingebunden werden. Außerdem scheinen auf die Analyse nicht zwingend Taten zu folgen: In nicht einmal jedem dritten Betrieb sind infolge von Gefährdungsbeurteilungen tatsächlich auch organisatorische Veränderungen umgesetzt worden. 41,5 Prozent der Befragten können zumindest eine teilweise Umsetzung bestätigen. 

Zeit- und Personalmangel sind ein Thema 

Warum funktioniert das Betriebliche Gesundheitsmanagement im Unternehmen nicht immer reibungslos? Etwas zwei Drittel der Befragten führen das auf Zeit- und Personalmangel bei den Akteuren des Gesundheitsschutzes zurück; etwa 45 Prozent auf den Verwaltungsaufwand. Mangelndes Bewusstsein der Geschäftsführung wurde etwas seltener genannt als vor der Pandemie; auch fehlendes Fachwissen und die Komplexität der gesetzlichen Auflagen wurden weniger häufig für Probleme verantwortlich gemacht.

Fazit

Alles in allem scheint das Thema BGM zunehmend ins Bewusstsein zu rücken. Allerdings würden kleinere Betriebe deutlich hinterherhinken, so die Forscher.
Zudem lasse die aktive Einbindung der Beschäftigten in der betrieblichen Praxis zu wünschen übrig, Das sei auch deshalb bedauerlich, „weil Unternehmen angesichts von Arbeitskräfteengpässen ein besonderes Interesse an gesunden und zufriedenen Beschäftigten haben sollten“. 

Quelle:Betriebliche Arbeitswelt und Potenziale des Gesundheitsschutzes - Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung 

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