Liebe Nutzer,

für ein optimales und schnelleres Benutzererlebnis wird als Alternative zum von Ihnen verwendeten Internet Explorer der Browser Microsoft Edge empfohlen. Microsoft stellt den Support für den Internet Explorer aus Sicherheitsgründen zum 15. Juni 2022 ein. Für weitere Informationen können Sie sich auf der Seite von -> Microsoft informieren.

Liebe Grüße,
Ihr ifb-Team

Lexikon
Rechengrößen (Sozialversicherung)

Rechengrößen (Sozialversicherung)

Erwin Willing
Stand:  13.6.2023
Lesezeit:  02:15 min

Kurz erklärt

Rechengrößen in der Sozialversicherung sind die festgelegten Einkommensgrenzen, die als Grundlage für die Berechnung von Beiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung dienen. Sie variieren von Jahr zu Jahr und legen die Obergrenzen für das Bruttoeinkommen fest, über das Beiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden müssen. Diese Grenzen beeinflussen maßgeblich, wie viel Arbeitnehmer und Arbeitgeber in die Sozialversicherung einzahlen müssen.

Kostenlose ifb-Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unseren Newslettern für Betriebsräte, SBV und JAV.
Jetzt abonnieren

Begriff

Die für die Erhebung von Beiträgen zur Sozialversicherung (gesetzliche Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) maßgebenden Brutto-Verdienstgrenzen.

Erläuterung

Bezugsgröße

Den Ausgangspunkt für die weiteren Berechnungen bildet die Bezugsgröße in der Sozialversicherung. Aus diesem Wert werden die Beitragsbemessungsgrenzen errechnet. Die Anbindung an eine Bezugsgröße erspart die jährliche Anpassung von Rechengrößen in anderen Vorschriften der Sozialversicherung (§ 18 SGB IV). Die Bezugsgröße beträgt für 2018:

  • In den alten Bundesländern 3.045 Euro pro Monat, 36.540 Euro jährlich.
  • In den neuen Bundesländern 2.695 Euro pro Monat, 32.340 Euro jährlich.

Versicherungspflichtgrenze

Die Versicherungspflichtgrenze oder auch Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnet die Höhe des Einkommens eines Arbeitnehmers bis zu der er in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sein muss. Verdient ein Arbeitnehmer mehr als diesen Grenzwert kann er freiwillig versichertes Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, sich aber auch privat versichern. Sie beträgt für 2018 in der Kranken- und Pflegeversicherung:

  • Für ab 1.1.2003 Versicherte 4.950 Euro monatlich, 59.400 Euro jährlich.
  • Für vor dem 1.1.2003 Versicherte 4.425 Euro monatlich, 53.100 Euro jährlich.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu welchem das Arbeitsentgelt oder die Rente eines gesetzlich Versicherten für Beiträge der gesetzlichen Sozialversicherung herangezogen wird. Der Teil des Einkommens, der die jeweilige Grenze übersteigt, bleibt für die Beitragsberechnung außer Betracht. Sie beträgt für 2018 für die:

  • Renten- und Arbeitslosenversicherung in den westlichen Bundesländern 6.500 Euro monatlich, 78.000 Euro jährlich, in den östlichen Bundesländern 5.800 Euro monatlich, 69.600 jährlich.
  • Kranken- und Pflegeversicherung in beiden Landesteilen 4.425 Euro monatlich, 53.100 Euro jährlich.

Bezug zur Betriebsratsarbeit

Die Bezugsgröße dient auch hilfsweise als Kriterium bei der Feststellung, ob ein Beschäftigter den leitenden Angestellten zuzuordnen ist. Ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt, das das Dreifache der Bezugsgröße überschreitet, kann im Zweifel zusätzlich zu anderen Kriterien als eine Messgröße herangezogen werden (§ 5 Abs. 4 Nr. 4 BetrVG)

Rechtsquellen

§ 159 SGB VI, §§ 5 §§ 5 Abs. 1 Nr. 1, 6 Abs. 1, 4, 6 u. 7, 6 Abs. 6 u. 7, 223 Abs. 3 SGB V, § 18 SGB IV, § 341 Abs. 4 SGB III, Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung (SVBezGrV), § 193 Abs. 3 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

Seminare zum Thema:
Rechengrößen (Sozialversicherung)
Altersteilzeit
Vorzeitiger Ruhestand, Altersteilzeit und Rente
Rente und Schwerbehinderung Teil I
Diese Lexikonbegriffe könnten Sie auch interessieren
Aktuelles Video zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Klassenbester: Einblick in das Rentensystem der Niederlande

Wussten Sie schon: Die Niederländer sind bei Fahrrädern führend im EU-Vergleich, etwa 61% der Bevölkerung ab 15 Jahren nutzen den Drahtesel. Doch das ist nicht die einzige Stärke unseres Nachbarn. Das niederländische Rentensystem zeichnet sich durch die vergleichsweise großzügige Grundrent ...
Mehr erfahren

Ist Japan ein Vorbild zum Thema Rente?

Japan gehört zu den Ländern mit einer der weltweit ältesten Bevölkerungen und verzeichnet gleichzeitig niedrige Geburtenraten. Diese demografischen Faktoren stellen sowohl die Struktur als auch eine Finanzierung des Rentensystems vor besondere Herausforderungen. Ist Japan ein Beispiel, um ...
Mehr erfahren
Wer bereits vor dem 01. Januar 2019 eine Erwerbsminderungsrente erhielt, hat keinen Anspruch auf eine Neuberechnung seiner Rente nach den inzwischen geltenden, deutlich günstigeren Regelungen. Diese Bestandsrentner können nicht verlangen, dass bei ihrer Rente Zurechnungszeiten in demselben Umfang berücksichtigt werden, wie das bei den ab 2018 und vor allem ab 2019 neu bewilligten Renten geschieht.