„Jetzt bestmöglich selbst umsetzen“

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Stand:  27.8.2026
Lesezeit:  04:00 min
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Peter Knoop, neuer Betriebsratsvorsitzender im ifb

Seit über einem Vierteljahrhundert begleitet Peter Knoop Betriebsräte beruflich. Mit der Wahl zum Vorsitzenden des ifb-Betriebsrats hat er nun (erneut) eine neue Perspektive eingenommen. Im Interview spricht er über den gelungenen Start seines Gremiums, die Herausforderungen einer modernen Betriebsratsarbeit und die Frage, warum Sicherheit und Gesundheit für Beschäftigte künftig noch stärker in den Fokus rücken dürften.

Peter Knoop | © ifb

Peter Knoop

Peter Knoop kam vor rund 23 Jahren für das ifb aus dem Ruhrpott nach Oberbayern und arbeitet nach verschiedensten Positionen derzeit als „Manager Referentenbeziehungen“. Seit 2026 ist der gelernte Einzelhandelskaufmann, Mediator und Jurist im ifb Betriebsratsvorsitzender, bereits 2006 war er für kurze Zeit Betriebsratsmitglied. Zuvor hatte er während seiner Studentenzeit in einem anderen Unternehmen schon mal einen Betriebsrat mit initiiert.

Peter, Du bist seit Mai 2026 Betriebsratsvorsitzender im ifb. Wie zufrieden bist Du mit Deinem Gremium?

Peter Knoop: Sehr zufrieden. Wir sind ein super gemischtes Gremium, das viele Unternehmensbereiche abdeckt. Bei uns gab es diesmal eine Listenwahl mit mehreren Listen. Man merkt, dass sich die Leute genau überlegt haben, warum sie sich aufstellen lassen. Sie sind enorm engagiert, gleichzeitig nimmt sich keiner zu wichtig. Daher sind wir schnell zu einem guten Team zusammengewachsen und ich bin, was die Zusammenarbeit angeht, für die Zukunft sehr optimistisch.

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Wir sind ein super gemischtes Gremium, das viele Unternehmensbereiche abdeckt.

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Die erste Phase Deiner Amtszeit ist rum: Mit was habt Ihr Euch bisher am meisten beschäftigt?

Peter Knoop: Zu Beginn ging schon viel Zeit für die Selbstorganisation des Gremiums drauf, das habe ich ehrlicherweise ein wenig unterschätzt. Allerdings: Wenn man hier gut arbeitet und alle mit dabei sind, profitiert man die gesamte Wahlperiode davon. Wir hatten nach der konstituierenden Sitzung eine Klausurtagung, alle Ausschüsse sind gut besetzt, viele Grundlagenschulungen sind gebucht und unsere erste Betriebsversammlung haben wir bereits durchgeführt. Parallel läuft natürlich ab Tag Eins das Tagesgeschäft mit vielen kleineren und größeren Anfragen sowie Anhörungen. 

Du warst vor 20 Jahren schon mal Betriebsratsmitglied …

Peter Knoop: Genau, 2003 bin ich zum ifb gekommen und habe mich direkt bei der BR-Wahl 2006 aufstellen lassen. Da war ich aber nur anderthalb Jahre im Amt, weil ich dann Führungskraft wurde. Abgesehen davon habe ich Ende des Jahrtausends neben dem Jura-Studium in einem Call-Center gearbeitet und dort einen Betriebsrat mitgegründet.

Was hat Dich motiviert, jetzt nochmal anzutreten?  

Peter Knoop: Es hat sich richtig angefühlt, zum Ende des Arbeitslebens den Kreis zu schließen. Ich habe jetzt 25 Jahre für Betriebsräte gearbeitet; und das aus tiefster Überzeugung. Jetzt noch einmal die Gelegenheit zu haben, es selbst bestmöglich umzusetzen zu können, sehe ich als Privileg. Zumal mir das ifb und die vielen tollen Kolleginnen und Kollegen echt am Herzen liegen. 

Mit welchem Anspruch bist Du in die neue Amtszeit gestartet?

Peter Knoop: Ich möchte einfach, dass alle im ifb gerne hier arbeiten. Wir haben die besten Voraussetzungen dafür: sichere Arbeitsplätze und eine Arbeit mit Sinn. Wir dürfen die Menschen unterstützen, die die Arbeitswelt verbessern wollen.

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Wir dürfen die Menschen unterstützen, die die Arbeitswelt verbessern wollen.

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Gibt es Herausforderungen, die heute deutlich anders sind als noch vor einigen Jahren?

Peter Knoop: Ich glaube, die Themen der BR-Arbeit bleiben immer die gleichen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und aus unterschiedlichen Gründen. Man kann es die betriebliche Bedürfnispyramide nennen: Das Fundament ist Sicherheit, dann kommt auf der nächsten Ebene Gesundheit, anschließend Fairness und in der Spitze Wertschätzung. Die Beschäftigten wollen einen sicheren Arbeitsplatz, der weder physisch noch psychisch krank macht. Sie wollen fair behandelt und im besten Fall wertgeschätzt werden. Die wirtschaftliche Lage, die Veränderung der Arbeitswelt sowie gute oder schlechte Führung sind dabei die Gründe, die über die jeweilige Gewichtung der betrieblichen Bedürfnisse bestimmen.

Welche Themen werden Deiner Meinung nach die Betriebsratsarbeit in den kommenden Jahren prägen?

Peter Knoop: Die Themen bleiben entsprechend der Bedürfnispyramide die gleichen, es wird nur deutlich stärker um die Basisbedürfnisse gehen: Sicherheit und Gesundheit. Warum? Die bestimmenden Faktoren verstärken sich in ungeahntem Tempo. Digitalisierung gibt es, seit ich 1984 meine Lehre angefangen habe. Aber die Umwälzungen durch die KI passieren in einem Tempo, das teilweise überfordert – und zwar nicht nur Betriebsräte. Klimawandel wird ähnlich lange thematisiert, aber in diesem Sommer hat auch die Wirtschaft in Europa festgestellt, dass sich etwas verändert. Hitze, Trockenheit und Brände gefährden – nicht nur am Arbeitsplatz – die Gesundheit, beeinträchtigen Transportwege und belasten staatliche Kassen. Auch globale Kriege und Krisen gab es immer schon, aber in meiner Erinnerung nicht so viele auf einmal und so andauernd. All das wird sich in den Aufgaben der Betriebsräte widerspiegeln.

Wo siehst Du die größten Chancen für die Beschäftigten in den Veränderungen der Arbeitswelt?

Peter Knoop: Wenn ich etwa an die KI denke: In dem besten aller Szenarien steigt der Wert menschenmöglicher Arbeit, also für soziale Arbeit, Handwerk und echte Dienstleistungen. Die KI könnte da sicherlich entlastend wirken. Bisher führt Digitalisierung allerdings häufig zu: schneller, besser, mehr. Daraus folgt eine Verdichtung der Arbeit mit Tendenz zur ständigen Leistungssteigerung. 

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Jede einzelne Aufgabe ist mit einem kompetenten Betriebsrat besser zu meistern.

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Was würdest Du allen neuen Betriebsräten nach dieser ersten Phase im Amt raten?

Peter Knoop: Nutzt die Zeit als Betriebsrat auch für die eigene Entwicklung – persönlich und als Team. Werdet Profis in Euren BR-Themen und lasst Euch von den Herausforderungen, die zweifelsohne komplex sind, nicht entmutigen! Jede einzelne Aufgabe ist mit einem kompetenten Betriebsrat besser zu meistern.

Und wenn wir dieses Gespräch in vier Jahren, also am Ende der Amtsperiode, nochmal führen: Worauf möchtest Du gerne zurückblicken?

Peter Knoop: Dass KI, Klima und Krisen sich positiver entwickelt haben als gedacht. Dass unser bunt gemischtes Gremium den Spirit vom Anfang beibehalten hat und wir die wichtigen Aufgaben erfolgreich angegangen sind. Dass das gute Miteinander im ifb gestärkt ist. Und: Wir bei all dem auch viel Spaß miteinander hatten. (tis) 

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