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„Für mich als Teilnehmer war es das Rundum-Sorglos-Paket“

Ein Besuch im ifb-Seminar „Betriebsrat I“

Wie läuft ein Seminarbesuch beim ifb eigentlich ab? Und wie gelingt es, so viel neues Wissen innerhalb einer Seminarwoche aufzunehmen und dabei noch Spaß zu haben? Wir haben es getestet – und sind begeistert! Von dem Gelernten, dem Ablauf und, allem voran, von den ganz unterschiedlichen Betriebsrats-Charakteren.

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Redaktion

Stand:  25.10.2022
Lesezeit:  03:30 min
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Ein Besuch im ifb-Seminar „Betriebsrat I“ | © AdobeStock | Peter Atkins

© AdobeStock | Peter Atkins

Es ist Montagvormittag und gedanklich beginnt meine Seminarwoche „Betriebsrat I“ mit dem Packen meiner Tasche. Badesachen nicht vergessen! Denn auf der Homepage des Hotels habe ich einen Pool entdeckt. Ob ich die wirklich brauche? Und was erwartet mich eigentlich? Tatsächlich bin ich etwas nervös. Um 11.30 Uhr mache ich mich in meinem Auto auf ins Seminarabenteuer.

Betriebsrat I ist ein kompakter Einstieg und kombiniert Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht praxisnah miteinander.

Betriebsrat I als kompakter Einstieg  

Das Thema „Betriebsrat I“ habe ich mir ganz bewusst ausgesucht. Die ifb-Homepage verspricht einen „kompakten Einstieg“ und „Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht praxisnah miteinander kombiniert“. Perfekt, hatte ich doch zuvor – wie viele neu gewählte Betriebsräte auch – wenig bis gar keine Ahnung vom Betriebsratsalltag. Im Hotel komme ich in der Lobby mit Gabi, einer Teilnehmerin, ins Gespräch. Sie ist Ersatzmitglied im Betriebsrat eines mittelständischen Unternehmens aus Baden-Württemberg – der Dialekt hatte sie ohnehin längst verraten. Wir unterhalten uns angeregt, allen voran über die Erwartungen an das Seminar und, siehe da, sie decken sich. Wir blicken auf die Uhr und entschließen uns, in den Seminarraum zu schlendern.

Eine Seminarleiterin kümmert sich um fast alles 

Dort angelangt, begrüßt uns eine gutgelaunte Seminarleiterin. Sie überreicht uns unser vorbereitetes Namensschild und wir setzen uns an einen der zu einem U zusammengestellten Tische. Darauf liegen drei dicke Wälzer, die Gesetzessammlung, der Fitting als Kommentar zum Betriebsverfassungsgesetz sowie die 101 Stichwörter zur praktischen Betriebsratsarbeit. Der Umgang mit allen drei Büchern wird ausführlich Thema des Seminars sein und, das werde ich spätestens am Freitag wissen, erleichtern die Betriebsratsarbeit enorm. „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht“, wusste schon Albert Einstein. Dazu liegen noch diverse Stifte in einem Mäppchen, ein Block, das Seminarskript und der ifb-eigene Betriebsratsplaner „Plan B“ auf dem Tisch.

Teilnehmer aus allen Richtungen

Nachdem alle Teilnehmer ihre Plätze eingenommen haben, stellen sich unsere Seminarleiterin und unser Referent, im „außerseminarischen“ Leben Rechtsanwalt, vor. Gefolgt von einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmer – ein spannender Moment. Woher kommen die Betriebsräte und in welchen Unternehmen arbeiten sie? Es sind insgesamt 17 Teilnehmer aus fünf verschiedenen Gremien vertreten: Verpackungsindustrie, Autobranche, Elektronik, Dienstleistung und Pharmaindustrie. Angereist aus dem Osten, Westen und Norden, nur ich komme aus dem Süden. Zwischenfazit: Ein bunter Mix, so gefällt mir das. Interessant dann die Frage, warum sie eigentlich Betriebsrat geworden sind. Weil sie direkt gefragt wurden, nicht mehr zufrieden mit dem alten Betriebsrat waren und weil sie wollten, dass bestimmte Berufsgruppen nicht vergessen werden, so die drei Top-Antworten. Die anfängliche Nervosität legt sich relativ schnell, alle machen einen normalen Eindruck und haben ähnliche Erwartungen an die Seminarwoche.

Unser Referent schaut immer wieder bei den einzelnen Gruppen vorbei und schaltet sich in die Gespräche mit ein.

Einstieg mit einer Gruppenarbeit

Nach einer kurzen Theorieerläuterung über die Bedeutung des Arbeits- und Betriebsverfassungsrechts schickt uns der Referent in eine viertelstündige Gruppenarbeit. Die Gruppen werden zufällig gemischt. Wie? Durch das Ziehen einer Süßigkeit aus einem Topf. Ich erwische ein Kaubonbon – juhu! In der Gruppe entwickelt sich eine lebhafte Diskussion zur Frage „Bei welchen Themen sich ein Betriebsrat zu weit aus dem Fenster lehnt“. Die Beispiele sind gut gewählt und man lernt sich ganz nebenbei etwas näher kennen. Unser Referent schaut immer wieder bei den einzelnen Gruppen vorbei und schaltet sich in die Gespräche mit ein. Es folgt eine kurze Kaffeepause inklusive diverser Häppchen, danach geht es mit den Kurzpräsentationen der Gruppenergebnisse und der Normpyramide weiter. Relativ pünktlich um 17 Uhr beschließt unsere Seminarleiterin den ersten Schulungstag. Die Zimmer werden bezogen, alles einwandfrei, ehe nach kurzem Ausruhen das Abendessen ansteht. Hier wartet das erste von insgesamt acht Dreigangmenüs auf mich. Ich habe das Rinder-Gulasch angekreuzt – eine gute Wahl! Abends spendiert die Seminarleitung einen Willkommens-Drink in der hoteleigenen Bar, was letztlich in einer entspannten Runde endet. Spät wird es bei keinem, zu viel waren die Eindrücke, zu früh geht es am folgenden Dienstag weiter.

Ein echter Mehrwehrt ist es, ganz praktisch mit der Gesetzessammlung zu arbeiten.

Interessante Fragen zwischen den Lerneinheiten

Der Dienstagmorgen beginnt, wie die ganze Woche, mit einem reichhaltigen Frühstück, um 8.30 Uhr startet im Seminarraum dann Kurstag zwei. Theorie, Gruppenarbeiten und Fragerunden wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Ein echter Mehrwehrt für die Betriebsräte – das hat mir auch das Feedback bestätigt – ist es, ganz praktisch mit der Gesetzessammlung zu arbeiten. Viele Fragen beantworten sich so von selbst. Die folgenden Tage sind ein richtiger Crashkurs in Sachen Betriebsratsarbeit, der weitaus mehr vermittelt als einen ersten Überblick. Wie sieht die Rolle des Betriebsrats aus? Welche Rechte und Pflichten hat dieser? Wie wird ein Gremium organisiert? Woran sind Betriebsräte eigentlich beteiligt? Mein Eindruck: Durch die erlernten gesetzlichen Hintergründe lässt es sich in der Betriebsratspraxis definitiv besser arbeiten. Die beiden aufbauenden Seminare, Betriebsrat II und Betriebsrat III, sollen dann noch detailliertes Wissen vermitteln. Ab Donnerstagfrüh wird unser erster Referent durch einen weiteren abgelöst, was ich persönlich als positiv empfinde. Nicht, dass mir Referent eins nicht gefallen hätte, ganz im Gegenteil. Aber nochmal eine frische Stimme und ein neues Gesicht, das tut gut. Beide Referenten nehmen sich auch während der Pausen immer wieder Zeit für Fragen. Mehrere Betriebsräte monieren etwa die verlängerten Arbeitszeiten in ihrem Unternehmen. Wiederum anderen wird ein Betriebsratsbüro und entsprechendes Equipment verweigert. Und immer wieder kommt die Frage auf, welche Schulungen überhaupt erlaubt sind. Einer der Teilnehmer, der bereits seine dritte Amtsperiode angetreten ist, besucht tatsächlich erstmals ein Seminar, weil es der Arbeitgeber bislang immer verweigert hatte. Dabei haben Betriebsräte gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG einen Anspruch auf den Besuch erforderlicher Schulungen. Und das sind Grundlagenseminare wie Betriebsrat I für frisch gewählte Betriebsräte – oder solche, die noch keine Schulung zu dem Thema hatten – immer.

Rückblick auf eine ereignisreiche Woche

Letztendlich war es eine außerordentlich gelungene Woche für mich. Ich konnte jede Menge neue Kontakte knüpfen, mit denen ich teilweise noch immer im Austausch bin. Unsere Seminarleiterin war Ansprechpartnerin für jegliches Anliegen und lockerte die Stimmung zwischendurch mit aktivierenden Kurzeinheiten auf. Die Badehose habe ich am Ende übrigens nicht gebraucht, andere Teilnehmer schon.

Mein Fazit: Für mich war es das Rundum-Sorglos-Paket mit Begegnungen, die ich nicht so schnell vergessen werde und einer verständlichen, abwechslungsreichen Wissensvermittlung. (tis)

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