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Tesla in der Krise?

Gigafactory in Grünheide: Leiharbeiter entlassen, Schichten gestrichen

Die Gigafactory von Tesla im brandenburgischen Grünheide kommt einfach nicht zur Ruhe – und das im Grunde seit Anfang an. Umweltkritik beim Bau, Konflikte um Wasser und Arbeitsdruck, Streit zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft und jetzt soll der gesamte Standort in der Krise stecken. Wie mehrere Medien berichten, trennte sich das Unternehmen von zahlreichen Leiharbeitern, Sonderschichten wurden gestrichen. Dennoch hält Tesla an den Produktionszielen fest.

Stand:  3.7.2023
Lesezeit:  02:45 min
Gigafactory in Grünheide | © AdobeStock | KarachoBerlin

Eine Million ist das Ziel! So viele Autos will Tesla in seiner Gigafactory in Grünheide bei Berlin zukünftig produzieren. Zumindest die Kapazitäten hierfür sollen geschaffen werden, was wiederum die Naturschützer auf den Plan ruft. Seit März 2022 werden in Grünheide jedenfalls die berühmten Elektroautos hergestellt. Derzeit produzieren etwa 10.000 Mitarbeiter rund 5.000 Autos in der Woche, also gut 250.000 im Jahr. Es gibt entsprechend noch Luft nach oben, schließlich ist auch das erste Ziel – 500.000 Fahrzeuge jährlich – noch nicht erreicht. Umso erstaunlicher, dass sich Tesla jetzt wohl von hunderten Leiharbeitern getrennt hat, wie das Portal „Business Insider“ Mitte Juni berichtete. Die Produktionsziele korrigiert hat Tesla deswegen nicht. „Die Gigafactory Berlin-Brandenburg befindet sich weiterhin im Hochlauf“, zitiert die dpa das Unternehmen. So soll es eine branchenübliche Vorgehensweise sein, beim „Hochlauf“ – die Phase zwischen Inbetriebnahme und vollem Betrieb – auf Leiharbeiter zurückzugreifen. Das sei jetzt wohl nicht mehr im gleichen Maße nötig, Leiharbeiter sollen aber weiter eingesetzt werden. Auch wurden angeblich die Sonderschichten an den Samstagen gestrichen.

Spekulationen um die Gründe

Warum Tesla die Maßnahmen vornimmt – laut „Business Insider“ wurden auch Arbeitszeiten von Festangestellten reduziert –, darüber kann nur spekuliert werden. Steckt Tesla etwa in einer wirtschaftlichen Krise? Läuft der Absatz nicht wie geplant? Oder ist es lediglich eine strategische Entscheidung?

Der Arbeitsdruck in der Fabrik in Grünheide ist ohnehin sehr hoch. Tesla sollte einen Rückgang in der Produktion nutzen, um die Beschäftigten zu entlasten.

Dirk Schulze, Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen der IG Metall

In einem Bericht auf rbb24 kritisiert allen voran die IG Metall die Entlassungen: „Der Arbeitsdruck in der Fabrik in Grünheide ist ohnehin sehr hoch. Tesla sollte einen Rückgang in der Produktion nutzen, um die Beschäftigten zu entlasten“, wird Dirk Schulze, Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen der IG Metall, zitiert. Passend dazu wirbt die IG Metall wohl erstmals in der Fabrik für Tarifverträge. Ende Juni sollen Gewerkschafter in mehreren Schichten unterwegs gewesen sein. „Unser Aktionstag bei Tesla war ein großer Erfolg“, so Schulze zur dpa. „Bei den Gesprächen mit den Tesla-Kolleginnen und -Kollegen im Betrieb haben wir wieder gemerkt, wie groß das Interesse an der Arbeit der IG Metall ist.“

Betriebsrat vs. Gewerkschaft?!

Was wohl der Betriebsrat, der im Februar 2022 gewählt wurde, dazu sagt? Anfang 2023 hat dieser Presseberichten nach die IG Metall offen angegriffen und dieser die Verbreitung von Falschinformationen, mangelnde Unterstützung und aggressive Mitgliederwerbung vorgeworfen. Dabei sind auch IG-Metall-Mitglieder Teil des Gremiums. Besonders die Kritik an der Arbeit des Betriebsrats vonseiten der Gewerkschaft stieß den Interessenvertretern sauer auf. Um einen Tarifvertrag durchzusetzen, braucht die Gewerkschaft jedoch genügend Mitglieder, die im Ernstfall auch streiken würden. Bei der allerersten Betriebsratswahl hatte aber die Liste „Gigavoice“ die meisten Sitze gewonnen. Dieser wird wiederum der Vorwurf gemacht, zu arbeitgeberfreundlich zu sein. So oder so: Langweilig dürfte es in der Tesla-Gigafactory in Grünheide auch zukünftig nicht werden. (tis)

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