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VW-Betriebsrat verhandelt über Tarifbonus

Performance Programm des Konzerns soll zehn Milliarden Euro einsparen

Das sogenannte „Performance Programm“ sei notwendig, um Volkswagen nachhaltig wettbewerbs- und zukunftsfähig zu gestalten – heißt es aus Konzernkreisen. Insgesamt sollen so zehn Milliarden Euro eingespart werden, wie Ende 2023 bekannt wurde. VW reiht sich damit ein in eine Vielzahl an Umstrukturierungen deutscher Traditionsunternehmen. Nicht die beste Verhandlungsbasis für den VW-Betriebsrat, der derzeit mit der Konzernführung den Tarifbonus für die Beschäftigten aushandelt.

Stand:  1.3.2024
Lesezeit:  03:15 min
VW-Betriebsrat verhandelt über Tarifbonus | © AdobeStock | nmann77

Bosch plant den Abbau von rund 3.700 Stellen, SAP geht in die „nächste Phase der Transformation“, Miele verlagert seine Waschmaschinen-Montage nach Polen, was allein in Gütersloh 700 Stellen kosten soll, und nennt das „Effizienzprogramm“. Traditionsunternehmen haben es derzeit nicht leicht, Ende 2023 hatte auch Deutschlands beliebteste Automarke Volkswagen ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt. Das „Performance Programm“ soll bis 2026 zehn Milliarden Euro einsparen, allein 2024 sollen es schon vier Milliarden sein.

Die Arbeitsverdichtung darf nicht das Ergebnis sein.

VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo

Monate lang hatten Betriebsrat und Konzernführung über die Ausgestaltung des Programms diskutiert, Volkswagen-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo sagt dazu: „Das Jahr 2024 dürfte sehr herausfordern werden, insbesondere für unsere Volumenmarken.“ Der abgesteckte Kurs solle „unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken, ohne einseitig zulasten der Beschäftigten zu gehen“. Gleichzeitig versprach sie, „auch weiterhin darauf zu achten, dass Prozesse, Strukturen und Aufgaben tatsächlich besser und schneller werden – denn die Arbeitsverdichtung darf nicht das Ergebnis sein“.

Personal- und Arbeitskosten werden reduziert 

Konkret soll dank des Performance Programms die Umsatzrendite von VW 2026 nachhaltig auf 6,5 Prozent steigen. Mit den bisherigen 3,5 Prozent liege man deutlich unter den Konkurrenten aus China oder Tesla. Zudem soll unter anderem die Entwicklungszeit für neue Volkswagen-Modelle von 50 auf 36 Monate verkürzt sowie die Personal- und Arbeitskosten reduziert werden. Zwar wird durchwegs betont, dass an der Beschäftigungsgarantie nicht gekratzt wird, dennoch sagt Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian: „Wir werden im Bedarfsfall punktuell Aufhebungsverträge auf allen Ebenen anbieten.“ Davon abgesehen bietet VW nun die Altersteilzeit für alle Beschäftigten des Jahrgangs 1967, um so speziell im Verwaltungsbereich Kosten einzusparen.

Wir werden im Bedarfsfall punktuell Aufhebungsverträge auf allen Ebenen anbieten.

VW-Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian

In einem LinkedIn-Post hat sich Kilian bewusst an die VW-Mitarbeiter gewandt. Darin heißt es: „Die Beschäftigten sind die Experten, die am besten wissen, welche Stellhebel bei unseren Prozessen bedient werden müssen, um Prozesse zu entschlacken, Tempo aufzunehmen und Kosten zu sparen.“  Die Mitarbeiter können also konkrete Optimierungsvorschläge für das Performance Programm einbringen, um so dem Konzern Geld zu sparen – dafür werden sie an den gewinnbringenden Ideen beteiligt. „Allein im vergangenen Jahr haben unsere Kolleginnen und Kollegen darüber mit ihren Ideen 45,58 Millionen Euro eingespart. Fünf Millionen mehr als noch 2022“, so Kilian.

Wie hoch wird der Tarifbonus ausfallen? 

Inmitten des Starts des Performance Programms verhandelt der VW-Betriebsrat derzeit über die Höhe des Tarifbonus, welchen die Mitarbeiter alljährlich ausgezahlt bekommen. Wie hoch dieser angesichts der Sparmaßnahmen ausfallen wird, steht noch nicht fest. Im letzten Jahr waren es 3.630 Euro, im Jahr 2021 „nur“ 2.700 Euro. Allerdings: 2012 bekamen die Beschäftigten noch stolze 7.500 Euro ausgeschüttet. Der Bonus hat eine im Tarifvertrag festgeschriebene Komponente, die sich am Gewinn der beiden letzten vollen Geschäftsjahren orientiert und fix ausgeschüttet wird. Das Unternehmen stockt diesen Betrag dann regelmäßig auf. Um wie viel, das wird jedes Jahr aufs Neue unter Geheimhaltung zwischen Betriebsrat und Konzernspitze verhandelt. Die Rahmenbedingungen hierfür könnten besser sein, allerdings hat sich VW beispielsweise in den Coronajahren und auch im vergangenen Jahr durchaus großzügig gezeigt – der tariflich vereinbarte Sockelbeitrag wäre weitaus geringer ausgefallen. Wie viel zu den bereits im ersten Teil des Bonus ausgezahlten 1.820 Euro (im November) dazukommt, wird aller Voraussicht nach bei der Jahrespressekonferenz Mitte März 2024 verkündet. (tis)

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