Warum der Dienstwagen an Glanz verliert

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Stand:  5.10.2026
Lesezeit:  02:30 min
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Statussymbole: Das verstehen Beschäftigte heutzutage unter beruflichem Erfolg

Mehr Geld, größeres Büro, schicker Dienstwagen: Lange galten solche Statussymbole als sichtbare Zeichen beruflichen Erfolgs. Doch die Prioritäten vieler Beschäftigter haben sich verändert. Arbeitsplatzsicherheit, flexible Arbeitszeiten und mehr Freiraum im Alltag gewinnen an Bedeutung. Das Bemerkenswerte dabei: Viele dieser neuen Statussymbole werden nicht vom Arbeitgeber allein vergeben – der Betriebsrat entscheidet mit.

Wer vor 30 Jahren Karriere machen wollte, hatte oft ein klares Bild vor Augen: Führungsverantwortung, ein höheres Gehalt und möglichst viele sichtbare Zeichen des beruflichen Aufstiegs. Solche Statussymbole wie der teure Dienstwage oder das geräumige Büro gibt es zwar noch immer, doch sie haben Konkurrenz bekommen. Laut „Randstad Employer Brand Research 2026“ ist für 58 Prozent der Beschäftigten in Deutschland die Arbeitsplatzsicherheit das wichtigste Merkmal eines attraktiven Arbeitgebers. Dahinter folgen eine angenehme Arbeitsatmosphäre (54 Prozent) und erst danach die Work-Life-Balance (52 Prozent). Gehalt und Benefits erreichen 50 Prozent und liegen damit nicht mehr an der Spitze der Prioritätenliste. Auch bei jüngeren Beschäftigten zeigt sich ein Wandel. Der „Deloitte Gen Z & Millennial Survey 2026“ kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich zehn Prozent der Gen Z und sieben Prozent der Millennials eine Führungsposition als vorrangiges Karriereziel nennen. Viele legen stattdessen Wert auf Stabilität, persönliche Entwicklung und Wohlbefinden im Arbeitsalltag. 

Die neuen Prestigeobjekte

Das bedeutet nicht, dass Gehalt oder Karriere keine Rolle mehr spielen. Sie werden jedoch zunehmend anders bewertet. Die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten oder private Verpflichtungen wie Kinder- oder Altenpflege besser mit dem Beruf zu vereinbaren, hat für viele Beschäftigte einen hohen Stellenwert. Ein zusätzlicher Home-Office-Tag pro Woche, ein verlässlicher Dienstplan oder die Möglichkeit, zeitweise in Teilzeit zu arbeiten, können heute attraktiver sein als der Titel auf der Visitenkarte. Während klassische Statussymbole vor allem nach außen wirken, versprechen die neuen Vorteile oft mehr Lebensqualität im Alltag. Bemerkenswert ist dabei, dass viele dieser „neuen Statussymbole“ gar nicht individuell vergeben werden. Sie entstehen durch betriebliche Regelungen, die für ganze Beschäftigtengruppen gelten.

Der Betriebsrat sitzt mit am Tisch 

Genau hier kommt der Betriebsrat ins Spiel. Denn viele Themen, die heute als attraktiv wahrgenommen werden, gehören zu den Bereichen, bei denen Mitbestimmungsrechte bestehen. Ob Regelungen zur Arbeitszeit, Modelle für mobiles Arbeiten, Fragen der Erreichbarkeit oder die Einführung technischer Systeme: Bei zahlreichen Rahmenbedingungen, die Beschäftigte als Ausdruck eines modernen Arbeitgebers bewerten, hat der Betriebsrat ein Mitspracherecht. Man könnte daher sagen: Während frühere Statussymbole oft allein vom Arbeitgeber vergeben wurden, werden viele der heutigen Attraktivitätsfaktoren zumindest teilweise mitbestimmt.

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Viele Themen, die heute als attraktiv wahrgenommen werden, gehören zu den Bereichen, bei denen Mitbestimmungsrechte bestehen.

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Das verändert gewissermaßen auch die Rolle des Betriebsrats. Wer gute Regelungen zu Arbeitszeit, mobilem Arbeiten oder Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mitgestaltet, prägt inzwischen nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern auch die Attraktivität eines Arbeitgebers.

Erfolg sieht heute für jeden etwas anders aus

Natürlich wird es auch künftig Menschen geben, die Führungsverantwortung übernehmen oder sich über einen schicken Dienstwagen freuen. Doch die Arbeitswelt wird vielfältiger, Erfolg lässt sich immer schwerer an einzelnen Symbolen oder Positionen festmachen. Für manche Beschäftigte bedeutet beruflicher Erfolg ein Karriereschritt in die nächste Führungsebene. Für andere ist es die Möglichkeit, Familie und Beruf besser zu vereinbaren, weniger Pendelzeit zu haben oder langfristig in einem sicheren Arbeitsverhältnis zu arbeiten. Die Frage, was als erstrebenswert gilt, wird damit individueller. Und vielleicht ist genau das das auffälligste neue Statussymbol unserer Zeit: Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie beruflicher Erfolg aussehen soll. (tis)

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