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Ausgezwitschert? Twitter-Beschäftigte von Kündigungswelle überrascht

Angestellte in Deutschland planen Gründung eines Betriebsrats

Elon Musk lässt Köpfe rollen: Nur kurze Zeit nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch den Milliardär will dieser rund die Hälfte der weltweit Beschäftigten entlassen. Dabei soll er wenig einfühlsam vorgegangen sein: Mit einem Klick in ihr E-Mail-Postfach haben die 7.500 Twitter-Angestellten erfahren, ob sie noch einen Job haben. Kündigung per E-Mail? Ein Unding – und in Deutschland außerdem nicht wirksam. Positiver Nebeneffekt: Twitter in Deutschland soll nun einen Betriebsrat erhalten.

Stand:  22.11.2022
Lesezeit:  02:15 min
Ausgezwitschert? Twitter-Beschäftigte von Kündigungswelle überrascht | © AdobeStock | sandpiper

So nicht, Elon Musk! Sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber gilt bei uns, dass die Kündigung eines Arbeitsvertrags schriftlich erfolgen muss! Aber zurück zum Anfang der „Twitter-Geschichte“:

Das Hin und Her der Übernahme

Im April 2022 wurde bekannt, dass der Milliardär Elon Musk die Onlineplattform kaufen wird – zu dem sagenhaften Preis von 44 Milliarden Dollar. Mitte Mai dann die Kehrtwende: Es werde geprüft, hieß es; bis Musk den Deal am 8. Juli platzen ließ. Ausgezwitschert? Nicht ganz: Es kam zum Rechtsstreit; und Elon Musk lieferte. Ende Oktober 2022 übernahm er Twitter für die ursprünglich vereinbarten 44 Milliarden Dollar. „The bird is freed“, zu Deutsch: Der Vogel ist befreit, so der trockene Twitter-Kommentar des neuen Chefs am 28.10.2022.

Im Bemühen, Twitter auf einen gesunden Pfad zu bringen, werden wir durch den schwierigen Prozess der Personalreduktion gehen.

Aus einer Twitter-Mail an die Mitarbeiter.

Ultimatum an die Beschäftigten

Für die weltweit Beschäftigten von Twitter ein Paukenschlag, leider im negativen Sinne, denn damit begann die Entlassungswelle: Bereits Anfang November wurde bekannt, dass Elon Musk Schätzungen zufolge rund die Hälfte der rund 7.500 Mitarbeiter entlassen hatte – und zwar per E-Mail. Büros wurden zugesperrt, es kam zu einem Ultimatum: Wer interessiert sei an „Twitter 2.0“ sollte zu härterer und längerer Arbeit bereit sein. Zustimmung per „Klick“, so Medienberichte – sonst gebe es eine Abfindung. „Im Bemühen, Twitter auf einen gesunden Pfad zu bringen, werden wir durch den schwierigen Prozess der Personalreduktion gehen“, wird eine Twitter-Mail an die Mitarbeiter zitiert.

Und raus bist Du?

Auch in Deutschland hat Twitter Mitarbeiter; ver.di zufolge sind es rund 30. Auch hier gab es Kündigungen – Anfang November, per E-Mail. Per E-Mail, ist das zulässig? Natürlich nicht!

Ein Blick ins Gesetz bringt schnell Klarheit: Nach § 623 BGB bedarf die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses der Schriftform. Das ist zwingend! E-Mail, SMS, WhatsApp – solche Kündigungen sind nicht nur stillos, sondern auch unwirksam. Das hat offenbar auch Elon Musk erkannt: Nach der „Kündigungsmail“ folgten Mitte November 2022 die schriftlichen Kündigungen per Post.

Besser mit Betriebsrat!

Die Reaktion der Twitter-Beschäftigten in Deutschland fallt nun anders aus, als erwartet: Sie wollen einen Betriebsrat gründen. Auch, um laut ver.di „besser gegen weitere Schnellschüsse von Elon Musk geschützt“ zu werden. Wie es weitergeht? Wir werden berichten! (cbo)

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