News Betriebliches Gesundheitsmanagement Tag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: Ein Thema für Betriebsräte

Tag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: Ein Thema für Betriebsräte

Ein Aktionstag, der für Beschäftigte echte Chancen bietet

Kennen Sie als Betriebsrat eigentlich alle Bereiche des Arbeits- und Gesundheitsschutzes? Der Tag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist eine gute Gelegenheit, den Blick zu schärfen. Eine Chance für Betriebsräte und Beschäftigte!

Stand:  27.4.2026
Lesezeit:  02:45 min
Tag der Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | © stockadobe.com | ngstock| KI-generiert

Am 28. April rückt ein Thema in den Fokus, das im Arbeitsalltag oft nebenbei läuft, aber für alle enorm wichtig ist: die Gesundheit der Beschäftigten. Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist dabei weit mehr als nur ein symbolischer Aktionstag. Er erinnert daran, wie wichtig gute und gesunde Arbeitsbedingungen sind und dass hier noch viel bewegt werden kann.

Gerade für Sie als Betriebsrat bietet dieser Tag eine große Chance. Kaum ein anderes Thema ermöglicht es, so konkret etwas zu verändern und Verbesserungen zu schaffen, die die Beschäftigten direkt spüren.

Im Arbeits- und Gesundheitsschutz hat der Betriebsrat ein starkes Wort mitzureden.

Warum das Thema perfekt zum Betriebsrat passt

Im Arbeits- und Gesundheitsschutz hat der Betriebsrat ein starkes Wort mitzureden, zum Beispiel nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG. Auch ein Arbeitsschutzausschuss  kann auf seine Initiative hin eingerichtet werden. Heißt unterm Strich: In vielen Fragen läuft ohne den Betriebsrat wenig. Und genau darin liegt die besondere Stärke dieses Themas, denn in vielen Bereichen brauchen Betriebsräte etwas Geduld, bis Veränderungen greifen. Im Gesundheitsschutz hingegen werden Verbesserungen für die Belegschaft oft schneller sichtbar und erlebbar.

  • bessere Arbeitsbedingungen
  • spürbare Entlastung im Alltag
  • konkrete Angebote für die Beschäftigten

Gerade nach einer Betriebsratswahl ist das ein entscheidender Punkt. Neue Gremien wollen etwas bewegen, stoßen aber schnell auf komplexe Prozesse. Gesundheitsthemen bieten die Chance, früh Erfolge zu zeigen und Vertrauen in der Belegschaft aufzubauen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist breit gefächert.

Was alles dazugehört: Gesundheit ist mehr als nur Ergonomie

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist breit gefächert. Aus Sicht des Betriebsrats umfasst er unter anderem:
Klassischer Arbeitsschutz

Ergonomie und Arbeitsgestaltung

Psychische Gesundheit

Arbeitszeit und Erholung

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betriebliches Eingliederungsmanagement

  • Stufenweise Wiedereingliederung 
  • Unterstützung durch interne oder externe Stellen
  • Entwicklung individueller Lösungen zur langfristigen Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit

Neue Themen

Ein besonders wirksamer Hebel ist die Gefährdungsbeurteilung

Schnelle Erfolge: Was Betriebsräte konkret anstoßen können

Der große Vorteil: Viele Maßnahmen lassen sich vergleichsweise schnell umsetzen:

Gefährdungsbeurteilung aktiv voranbringen
Ein besonders wirksamer Hebel ist die Gefährdungsbeurteilung. Der Betriebsrat kann darauf achten, dass sie nicht nur auf dem Papier existiert, sondern wirklich gelebt wird.
Zum Beispiel durch Mitarbeiterbefragungen, Workshops oder Begehungen, bei denen Belastungen offen angesprochen werden. Dazu gehören auch die psychischen Belastungen. Werden daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet und sichtbar umgesetzt, ist schon viel erreicht.

Gesundheitstage im Unternehmen
Aktionen zu Ernährung, Bewegung oder Stressbewältigung.

Ergonomie-Checks am Arbeitsplatz
Oft reichen kleine Anpassungen mit großer Wirkung, etwa bei Stuhl, Tisch oder Bildschirmhöhe.

Pausen und Erholungsräume verbessern
Rückzugsorte schaffen oder bestehende Bereiche gezielt aufwerten.

Solche Aktionstage kann der Betriebsrat gezielt nutzen, um Beschäftigte für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren

Kurzformate statt großer Programme

Gerade solche Aktionstage kann der Betriebsrat gezielt nutzen, um Beschäftigte für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und ins Tun zu bringen. Kleine, niedrigschwellige Angebote wirken hier oft am besten.

  • Zum Beispiel ein Infostand zum Thema Trinken im Arbeitsalltag , mit einfachen Tipps, wie Wasser durch Minze, Zitrone oder Beeren geschmacklich aufgewertet werden kann.
  • Oder kurze Einheiten zur Rückengesundheit mit Übungen, die sich direkt am Arbeitsplatz umsetzen lassen und nur wenige Minuten dauern.
  • Auch das Thema „Augengesundheit“ lässt  sich gut aufgreifen. Viele Beschäftigte profitieren davon, bewusst den Blick regelmäßig in die Ferne zu richten oder kleine Augenübungen in den Arbeitsalltag einzubauen.
  • Ein Klassiker mit großer Wirkung: Gesundes Essen in der Kantine, gerade am Aktionstag ein beliebter und leicht umsetzbarer Impuls.

Solche Impulse sind unkompliziert, schnell organisiert und zeigen unmittelbar Wirkung. Genau das macht sie für den Betriebsrat besonders wertvoll.

Fazit:  Ein Aktionstag mit viel Potenzial

Seinen Ursprung hat der Aktionstag übrigens in der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Bereits in den 1980er-Jahren wurde in Nordamerika der sogenannte „Workers’ Memorial Day“ ins Leben gerufen, um an Beschäftigte zu erinnern, die durch Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten ums Leben gekommen sind.
Im Jahr 2001 wurde der Tag von der International Labour Organization (ILO) anerkannt und 2002/2003 offiziell zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz etabliert. Seitdem steht nicht nur das Gedenken im Mittelpunkt, sondern vor allem die Prävention.
Das Thema ist also eng mit der Betriebsratsarbeit verknüpft. Denn überall dort, wo es um sichere Arbeitsbedingungen geht, spielt Mitbestimmung eine zentrale Rolle. Denn Gesundheit am Arbeitsplatz betrifft alle, Arbeitgeber wie Beschäftigte. Ausfälle belasten nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Teams und die Betroffenen selbst. Gerade deshalb ist der Tag der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz so wichtig. Er macht deutlich, wie viele Stellschrauben es gibt und lädt dazu ein, den eigenen Überblick zu schärfen und neue Ideen zu entwickeln. (sw)

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